Im Jahr 1976 erhielten Mairead Corrigan und Betty Williams, die Gründerinnen einer damals ins Leben gerufenen Frauenfriedensbewegung, den Friedensnobelpreis. In dem nachfolgenden Beitrag (auch aus dem Jahr 1976) befaßte sich die damalige Irlandgruppe Heidelberg mit der Relevanz dieser Frauenfriedensbewegung.
Natürlich würden wir heute manches nicht mehr so analysieren, darstellen und formulieren wie in dem Beitrag von 1976. Die Kernaussage des Artikels aber bewahrheitete sich . Die Frauenfriedensbewegung samt ihren nobelpreisgeehrten Gründerinnen verschwand so schnell aus der irischen Geschichte wie sie aufgetaucht war. Zu einseitig hatte sie sich allein gegen die Gewalt der IRA gerichtet, ohne die sozialen, geschichtlichen und politischen Ursachen des Konfliktes überhaupt nur sehen zu wollen. Darin liegt ein grundsätzlicher Unterschied zum gegenwärtigen Friedensprozeß, in dem, wird er denn im Sinne des Belfaster Karfreitagsabkommens weitergeführt, eben genau diese Ursachen angegangen werden
In der letzten Woche wurde in Belfast Maire Drumm, eine führende Vertreterin der Sinn Féin (Provisional), die seit Jahren konsequent für das Ende der britischen Besatzung in Nordirland kämpfte, im Krankenhaus erschossen: Von Loyalisten (protestant), die der IRA bekannt sind und die ihre wichtigsten Informationen im allgemeinen von der britischen Armee erhalten. – In England stirbt der republikanische Gefangene Noel Jenkinson angeblich an Herzschlag, obwohl er immer und auch beim letzten Besuch noch kerngesund war. – In der Republik Irland sollen Noel und Marie Murray am Galgen erhängt werden. – In Nordirland erschießt die britische Armee zwei kleine Mädchen. – In Straßburg wird die selbe Armee vom Europäischen Gerichtshof offiziell wegen systematischer Folter verurteilt. – All das passierte in den letzten Wochen und ist für die Presse kaum der Rede wert: Sie hängt sich an die sog. Frauenfriedensbewegung. Will diese nun etwa all solche Ereignisse stoppen? Sie hat sich überhaupt nicht dazu geäußert. Worum es geht, wird beim Ereignis deutlich, daß zur Gründung der Bewegung folgendes führte: Ein IRA-Guerilla flüchtet im Wagen vor der britischen Armee, wird aber mitten auf einer belebten Straße von Scharfschützen erschossen. Der Wagen mit einem Toten am Steuer überfährt eine Mutter zusammen mit ihren drei Kindern; es folgt die Friedensforderung gegen die Gewalt der IRA, die britische Armee bleibt Vertreter von Recht und Ordnung ..... Damit von Frieden. (Die Führung der Bewegung erklärte sie und die RUC-Polizei, die wegen ihres terroristischen Vorgehens erfolgreich aus manchen republikanischen Gebieten vertrieben wurde, vor kurzem eindeutig als legitime Durchsetzer des Gesetzes.)
Idee...
Erklärter Inhalt der Bewegung ist Frieden als solcher, bedingungslos; politische Fundierung taucht nicht auf: "Wir ... haben eine einfache Botschaft an die Welt: Wir wollen leben und lieben und eine gerechte und friedvolle Gesellschaft aufbauen. Wir wünschen für unsere Kinder wie für uns selbst, daß unser Leben zu Hause, bei der Arbeit und beim Spiel voller Freude und Frieden sei." – Das ist leider nur schön, aber dafür wird ja mit etwas mehr Inhalt seit 1968 auch gekämpft, zuerst friedlich gegen die Gewalt sektiererischer Loyalisten, die religiöse Diskriminierung und Privilegien verteidigen, später auch gegen die Gewalt der britischen Armee. Der Widerstand mußte militanter werden und seine Ziele klarer formulieren. Friedensliebe allein besiegt keine interessierte Gewalt, das wurde schon ausprobiert, ....... und das gilt solange man die Ziele ernst nimmt: "Richtig, Gewalt muß weg, ich bin gegen Gewalt. Ich hasse Gewalt, sie schmeckt bitter im Mund. Wenn irgendwer was gegen Gewalt sagen darf, dann sind wir das, denn wir haben sie zu spüren bekommen, wir wissen, worüber wir reden, wenn wir sagen: Gewalt muß weg! Der Herr kommt zum Sklaven und sagt: "Du sollst nicht töten!" "Du bringst mich da auf einen Gedanken", antwortet dieser, ging hin und erschlägt seinen Peiniger. So geht’s uns. Weil wir begriffen haben, daß Gewalt weg muß. Und wir werden sie wegschaffen, mit allen Mitteln, die dazu notwendig und nützlich sind. Auch mit friedlichen." (Seamus O’Hara, Februar 76, Long Kesh, Hütte 23).
Die Frauenfriedensbewegung versucht es mit Frieden um jeden Preis: Aktzeptieren der offiziellen Gewalt: Also der "Sicherheitskräfte des britischen Imperialismus, aber auch der sektiererischen Polizei und ihrer Reserveregimenter, die für den größten Teil der sektiererischen Morde von Privatpersonen, Kneipenattentaten etc. direkt oder durch Waffenlieferungen bzw. zusätzliche Mitlgiedschaft in loyalistischen paramilitärischen Gruppen verantwortlich sind. Dagegen Ablehnung der "illegalen" Gewalt der Unterdrückten, die sich trotz mancher politischer Fehler eindeutig auch gerade in den Aktionen der IRA, nicht gegen einfache Loyalisten, sondern gegen britische Armee, Polizei und ökonomische Nervenpunkte ausdrückt: mit dem Ziel der Zerschlagung der imperialistischen Bindungen an Großbritannien und des religiös-rassistischen Staates Nordirland – als Bedingung für die langsame Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens mit der Masse der heutigen Loyalisten.
Führung und Hintergrund
Das Vorgehen der Frauenfriedensbewegung ist bei ihren Führerinnen und den Männern im Hintergrund nicht so verwunderlich. Betty Williams z.B. ist selbst mittelständische Protestantin und Mitglied der reaktionären Alliance Partei. Ihr Mann, der mit zwei anderen Männern im Hintergrund die Fäden zieht, ist Engländer und bei der Marine. Frau Williams zog vor einem halben Jahr ins Kath. Ghetto Andersonstown, was heute die Mobilisierungsthese mitbegründet, die Bewegung sei in einer der stärksten Bastionen der Provisionals entstanden. Jedenfalls konnte B.Williams in Andersonstown eine rege politische Tätigkeit entfalten, was umgekehrt im loyalistischen Lager nicht einen Tag so gegangen wäre. Sie hat ihre Kontakte v.a. zu Pfaffen der kath. Kirche, zu verschiedenen Hausfrauenorganisationen und Mittelstandsparteien. Bei den Friedensmärschen wird dann auch gerade an die alte Frauenrolle appelliert. Kirchenbindungen werden bestärkt, Psalmen und Gebete sind fast einziger verbaler Ausdruck, man ist unpolitisch, nach einigen Märschen wird dann auch den Politikern wieder das Feld überlassen. Auf die Dauer ließen sich Fragen nach den Inhalten des Friedens nicht mehr unterdrücken. Und so war das ganze von den Initiatoren nicht gemeint: Die Bewegung sollte sein und war Instrument einer imperialistischen Politik in Irland und kann als counter-insurgency Taktik bezeichnet werden: in einer Situation, die für die Briten ausweglos scheint, da alle ihre Befriedungspläne scheiterten. Durch die Bewegung wurde jetzt teilweise erfolgreich das Verantwortungsgefühl von Frauen für ihre Kinder und das Entsetzen über Zerstörung von Leben im inzwischen 8-jährigen Krieg mobilisiert für diejenigen, die ursächlich die Situation verschuldeten.
In dieser Strategie erfüllten die Medien ihre große Funktion, Busgesellschaften sorgten für Sondertransporte etc. Die faschistische UDA (loyalistisch) stellte im übrigen die teilnehmenden Frauen unter ihren friedlichen Schutz.
Welche Basis
(Im folgenden ist sicherlich manches Spekulation, aber die Aufarbeitung früherer Ereignisse, Daten, Verhaltensweisen usw. sichert sie einigermaßen ab.)
Bleibt die Frage: Wer waren die bis zu 10000 Menschen, meist Frauen, die mitliefen und was waren ihre Motive?
Erst einmal war es also keine Frauenbewegung, die autonome Frauenziele vertrat, sondern die Friedensforderung war gerade eingebettet in die Beschwörung der traditionellen Frauenposition, die in Irland besonders unterdrückend war und ist. (In vorderster Front natürlich die kath. Kirche)
Einige der Marschiererinnen können eher mit den chilenischen Mittelstandsfrauen verglichen werden, die gegen Allende mobilisiert wurden. Der Inhalt heißt zwar Frieden und nicht Sturz einer linken Regierung aber zumindest manche Frauen loyalistischer Mittelständler verteidigen auch hier eindeutig Position und Privilegien ihrer Klasse, die in Nordirland traditionell in der Lage ist, die protestantische Arbeiterklasse an ihre Führung zu binden durch die Ideologie der "protestantischen Überlegenheit", abgesichert durch einige reale Vorteile gegenüber der diskriminierten Kaste, z.B. bei der Arbeitsvergabe. Diese Konstellation wiederholt sich wahrscheinlich in gewissem Rahmen bei den Friedensmärschen. Nun sind natürlich die meisten Frauen aus loyalistischen Gebieten unpolitisch gehalten worden, so daß für sie Frieden auch einfach ganz harmlos als das beste erscheinen kann, weil sie nie einen Begriff von Sinn und Zweck des Kampfes hatten, weil sozialistische Ideen der Vorstellungen über Frauenbefreiung keine Verbreitung fanden (manche Loyalisten mit linken Ideen wurden liquidiert), solange z.B. für soziale Miseren, denen ja protestantische Mitglieder der Arbeiterklasse auch unterliegen, einfach die Katholiken verantwortlich gemacht werden, die dann auch noch das letzte was man hat, die Vorrechte im Sinne der "protestantischen Überlegenheit" bedrohen: Diese Bedrohung liegt dann in der Gewalt der IRA.
Nun ist es natürlich klar, daß auf der anderen Seite katholische Mittelstandsfrauen durchaus gegen ihre religiöse Diskriminierung sind. Aber sie und ihre Familien sind dadurch eher psychologisch betroffen.
Wenn ein radikaler Loyalist wie Sammy Smyth droht, im Bürgerkrieg alle Katholiken auszurotten, verstärken sich natürlich die Ängste und das klassisch reformistische Argument, im Frieden seien Verbesserungen leichter zu erreichen findet starke Resonanz. Plausibel ist es jedoch nur, wenn man die Ziele auf einige Bürgerrechte beschränken kann und ansonsten nicht gezwungen ist, sich gegen die Verhältnisse aufzulehnen.
In Nordirland ist es jedoch zusätzlich in keiner Weise einleuchtend, daß eine solche Strategie überhaupt erfolgreich sein könnte. Nicht zuerst wegen Großbritanniens imperialistischen Interessen, sondern aufgrund der Entschlossenheit der Loyalisten, die wiederum Großbritannien erpressen können, weil sie seine einzige Massenbasis bedeuten. (Mangels Masse wäre der kath. Mittelstand kein Ersatz, da er nicht die kath. Arbeiterklasse anführt).
Der kath. Mittelstand neigt dann auch zu dem Argument, es sei nicht das Schlimmste, zur Situation von vor 1968 zurückzukehren, der Krieg sei schlimmer; eine Optik, die der Situation des Mittelstandes und seinen Aufstiegshoffnungen in der nordirischen Situation entspricht. Frauen aus dieser sozialen Situation und aus beiden Religionsgruppen bilden die Führung der Friedensbewegung.
Die Teilnahme von Frauen aus der kath. Arbeiterklasse ist nach Gebieten unterschiedlich, insgesamt jedoch längst nicht so groß und schon gar nicht repräsentativ, wie vielfach behauptet wird.
Hier wird jedenfalls ein wichtiges politisches Thema sichtbar: Die Rolle, die die Frauen im Kampf der politischen und sozial unterdrückten Bevölkerung besonders aus den kath. Ghettos spielen: In der Verteidigung der Wohngebiete, bei der Organisierung des zivilen Widerstandes (z.B. Steuer- und Mietstreiks), bei der Organisierung sozialen Lebens unter Kriegsbedingungen, schließlich bei militärischen Offensivaktionen.
Es gibt durchaus viele Frauen, die hierbei eine große Rolle spielen, die in den Auseinandersetzungen Mut, Stärke und Selbständigkeit entwickelten. Frauennamen stehen für Aktionen wie z.B. die Bombardierung eines Polizeiquartiers durch einen Hubschrauber. Das Frauengefängnis von Armagh wird von britischen Stellen als eine "Hochburg der radikalen Linken in Irland" eingeschätzt (Gemeint sind wohl die gefangenen Frauen, das Gefängnis ist momentan noch in der Hand der Briten).
Das ist nur indirekt ein Verdienst der IRA, eben weil sie schließlich nach der Spaltung als Provisionals an hervorragender Stelle die Kämpfe organisierten. Die IRA ist aber traditionell nicht gerade ein Bekämpfer der Unterdrückungssituation der Frauen in Irland.
Der spontane Ausbruch des aktiven Widerstandes seit 1968 hat auch viele Frauen besonders aus den kath. Ghettos einbezogen, hat alte Kontrollmechanismen, z.B. der Kirche ziemlich plötzlich außer Kraft gesetzt. Noch mehr als bei Männern konnte die Erfahrung von möglichem Widerstand gegen Repression, soziales Elend und Erniedrigung durch Diskriminierung zur Freisetzung von Energien führen, gegen die alte Apathie und Resignation. Widerstand auf anderen Ebenen findet dann auch neuen Raum.
Die Frauen aus der Frauenarmee Cumann nam Ban sowie andere Frauen, die irgendwo im Kampf integriert sind, bei Warnsystemen, politischer und sozialer Organisation im Ghetto, beim Decken von Schlupfwinkeln und Verstecken usw. sind heute wesentlich für die Fortdauer und die Konsistenz des täglichen Widerstandes und des antiimperialistischen Kampfes allgemein. (Und es müssen schon deswegen sehr viele sein, weil sonst die IRA-Kader längst bekannt, gefunden, denunziert, gefangen wären).
Sie kennen die Situation, wissen wofür sie kämpfen und keine counter-insurgency Propaganda über IRA-Brutalität usw. kann sie für Frieden um jeden Preis begeistern, weil sie Erfahrungen haben sowohl mit der IRA und ihren militärischen Strategien, wie auch mit der britischen Armee und ihrer Unterstützung für sektiererische Morde, ihren eigenen Mordkommandos nach Kitson, ihrer Unterschlagung von IRA-Vorwarnungen (die bekommen jetzt andere), die propagandistische Täuschung über Verantwortliche von Anschlägen.
Mit ihrer Identität, ihrer subjektiven Stärke können diese Frauen reale Angst mit Widerstand verbinden. (Damit soll jetzt nicht behauptet werden, daß in Irland in größerem Maße ein spezifisches Frauenbewußtsein existiert, daß sich in einer Bewegung für spezifische Fraueninteressen ausdrücken würde.)
Die passive Angst, die sich selbst irrational ausdehnt, besteht fort bei Frauen, deren Männern es noch gelungen ist, sie im Haus zu halten, von den öffentlichen Geschehnissen und den kollektiven Erfahrungen fern zu halten, oder bei Frauen (und Männern, Kindern), die isoliert wohnen. Sie sind dann zugänglicher für die taktischen Lügen der Presse, der britischen Propagandamaschine.
Es kommt hinzu, daß die Ziele der sozialen Revolution in den republikanischen Gebieten nicht etwa seit langem formuliert sind, sondern sich in Zusammenhang mit den Kämpfen eher gefühlsmäßig entwickelten. Naturwüchsiger Sozialismus und auch Stationen der Frauenbefreiung sind aber so nur in gemeinsamer Erfahrung zu vermitteln. Eine klare Aufarbeitung solcher Inhalte und deren Verbreitung wird aber neben der Ausdehnung von Straßenkommitees, Bewohnerversammlungen etc. und erfolgreichen militärischen Aktionen eine notwendiges Mittel sein, auch um bisher Außenstehenden zumindest einen ersten Anstoß zu geben, sonst bleibt für sie nur das Erleiden eines Krieges.
Über die Bösen
Die Provisional IRA ist nicht geschwächt worden, ihre bisherige Basis erweist sich sogar als außerordentlich stabil und homogen. Die Aktionen gegen die britische Armee konnten noch intensiviert werden. Die Sinn Féin (P) mobilisiert zu Kundgebungen nur aus Belfast mehr Menschen als die Belfaster Friedensmärsche.
Sie reagierte auf die Frauenfriedensbewegung zunächst nur mit moralischen Vorwürfen und sprach auch von Kollaborateuren. Denunzierung von IRA-Mitgliedern ist zwar das höchste Ziel des britischen Militärs, was sie auch gerade von den Friedensfrauen forderten. Dazu sind aber wohl die Frauen, die überhaupt Informationen haben, neuerdings nicht bereit. Viele sehen in ihrer Teilnahme ganz selbstverständlich auch einen Protest gegen die Gewalt von Armee und Polizei, was durch die Führung der Bewegung inzwischen nicht mehr gedeckt ist – und die Bewegung, wie sie als erste Reaktion auf ein tragisches Ereignis, den Tod von drei Kindern, entstand, besteht wegen dieser Täuschung in der Form nicht mehr.
Die Provisonals reagierten jetzt mit der Verbreitung einer Broschüre unter dem Titel: Frieden mit Gerechtigkeit. Sie berufen sich auch darauf, daß sie schon zwei Mal mit großer Disziplin eine Feuereinstellung über längere Zeit und erst vor kurzem den Friedensvertrag mit den Briten fast ein Jahr lang einhielten. Beide Male wurde durch verstärkte Aktionen der Loyalisten und der britischen Armee (die manchmal gegen Londoner Pläne arbeitete) gegen die kath. Bevölkerung der Friede zerstört (im zweiten Fall auch noch durch die militärischen Angriffe der Official IRA gegen die sozialen Projekte der Provos während des Waffenstillstands, was der britischen Armee den Vorwand gab, um die Zwischenfallszentren zu schließen, die wesentlicher Bestandteil des Friedensabkommens waren).
In der deutschen Presse war vor kurzem zu lesen, daß IRA Anhänger die beiden Führerinnen der Frauenfriedensbewegung Betty Williams und Maireed Corrigan verprügelt hätten.
Nun, die beiden waren zusammen mit ihrem puplic relation officer Ciaran McKeown und dem Mann von Betty Williams beim Treffen einer Bewohnervereinigung im Turf Lodge Gebiet aufgekreuzt, wo Schutzmaßnahmen gegen die britische Armee diskutiert wurden, nachdem ein 13-jähriger Junge von ihr getötet worden war. Die Teilnehmer gerieten in Aufruhr über die neutrale bis positive Haltung dieser Leute zu Aktionen der Briten und es schien sich Schlimmes für sie anzubahnen, so daß sie schließlich von einigen anwesenden organisierten Republikanern gerettet und in einer der Volkstaxen der Provisionals nach Hause gebracht wurden.
In einem Tagesschaubericht über Angriffe auf einen Friedensmarsch in Belfast geriet die Optik zum Propagandatext etwas in Widerspruch. Es waren Frauen, die erregt auf die Marschteilnehmer einredeten, sie beschimpften und wohl die Summe ihrer Erfahrungen ausdrückten. Der Marsch selbst wurde dagegen von einer Gruppe sehr breiter Männer angeführt.
Fazit bleibt, daß die sog. Frauenfriedensbewegung für die Befreiung des irischen Volkes keinerlei positive Funktion hat, ihre negative Funktion aber auch nicht dramatisiert zu werden braucht. Ihre wirkliche Funktion und ihr illusionärer Charakter kann nur durch jeden neuen Marsch deutlicher werden. Eine Entwicklung, die sich schon andeutet.
"Aus dem Labyrinth hilft uns keine Illusion , man muß den Ausgang finden, erkämpfen. Dann erst wird Ruhe sein. Nichts vergessen – alles verändern!"
Rita, Frauenarmee in Belfast
Unterstützt die gefangenen Frauen!
Verhindert die Hinrichtung von Noel und Mare Murray in Éire!
(Irlandgruppe Heidelberg, 04.11.1976)
Im Frauengefängnis von Armagh sind 140 Frauen eingesperrt u.a. die 59-jährige Madge McConville vom Cumann na mBan. Amnesty International veröffentlichte die Namen von 5 gefolterten Frauen, von denen eine dabei das Gehör verloren hat: Marian Friel, Ann Marie McWilliams, Angela Nelson, Margaret Shannon, Anne Walsh (alle Mitglieder des Cumann na mBan).
Siehe auch Friedensnobelpreisverleihung 1998