Irische Geschichte / Irish History


Olivers Armee - eine Geschichte von britischen Soldaten in Irland und in anderen Kolonialkonflikten

Deutsche Übersetzung


Kapitel 2 - Der Feind im Innern - Die Bekämpfung der Revolution

The bright old day now dawns again;
The cry runs through the land,
In England there shall be dear bread in Ireland,
sword and brand;
And poverty, and ignorance,
Shall swell the rich and grand.

Charles Dickens 1841

Die ersten normannischen Könige hatten England mit einer curia regis (Königshof) regiert, aber im 13. Jahrhundert hatte die Magna Carta der Barone verlangt, dass die Herrschaft des Monarchen vom Rat des Reiches kontrolliert würde. Die Tudors, die mit einer geschlossenen Gesellschaft von ernannten königlichen Beratern und Verwaltern regierten, machten dann aus England einen zentralisierten, starken Staat, in dem London, die Handelshauptstadt, dominierte. Das Parlament, das allmählich mit dem House of Lords und dem House of Commons entstand, die beide in Westminster saßen, wurde zunächst nur einberufen, um für den Willen des Königs in Angelegenheiten von nationaler Bedeutung öffentliche Unterstützung zu mobilisieren. Im Laufe seiner Entwicklung drohte das Parlament allerdings eine Gegenmacht zu werden. Der Sieg im englischen Bürgerkrieg bahnte mit der Unterstützung von Cromwell und Landadel dem aufkeimenden Kapitalismus den Weg. Nach Cromwells Tod einigten sich diese Kräfte mit der besiegten Monarchie und Aristokratie und bildeten eine herrschende Elite, die die Geschicke der Nation seitdem kontrolliert.

Während das Parlament allmählich darauf bestehen sollte, die königlichen Berater zu ernennen, hatte die konstitutionelle Monarchie, die 1688 entstand, wenig mit Demokratie zu tun, dafür umso mehr damit, die Macht in den Händen der Kapitalgeber und der Besitzenden zu halten. Cromwells halbe Revolution hatte das ‚göttliche Recht der Könige’ gebrochen, aber die darauf folgende Unterdrückung der Leveller führte dazu, dass das triumphierende Parlament von dieser neuen Elite dominiert wurde. Die Leveller hatten versucht, in England eine wirkliche Demokratie zu schaffen. Ihr Ziel war es u.a. gewesen, jährlich auf breiter Basis ein Parlament nach demokratischen Prinzipien wählen zu lassen. Die Bewegung der Leveller hatte das Parlament zu einer Entscheidungsinstanz für alle Bürger machen wollen. Durch ihre Niederlage wurde das Parlament zu einer Institution, in der Fraktionen des Establishments ihre Differenzen ausglichen und Entscheidungen fällten sowie Gesetze machten, die ihre Dominanz erhielten und ihren Reichtum vermehrten.

Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts sah sich die herrschende Klasse im Ausland Revolutionen und im Inland Unruhen gegenüber, was zusammen die größte Bedrohung ihrer Macht seit der Zeit der Leveller darstellte. Im Jahr 1781 marschierten besiegte britische Soldaten aus ihrem Lager bei Yorktown in Virginia und legten ihre Waffen nieder, während die Armeekapelle dazu „The World Turned Upside Down“ spielte. Nicht wenige der siegreichen Armerikaner dachten, dass viele der Soldaten wohl betrunken waren, da sie „unordentlich und unsoldatisch wirkten und nicht in geordneten Reihen gingen“.

Acht Jahre später löste die Französische Revolution von 1789 eine rasche Verbreitung demokratischer Ideen in ganz Europa aus. William Wordsworth, der zu Begin der Revolution in Frankreich lebte, erinnerte sich an die Stimmung jener Zeit in diesen Zeilen seines Gedichts „The Prelude“:

Bliss was it in that dawn to be alive,
But to be young was very heaven.

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Menschenrechte

Tom Paine, der die Amerikaner in ihrem Unabhängigkeitskampf gegen Großbritannien und die Erhebung in Frankreich unterstützt hatte, schrieb zur Unterstützung beider Revolutionen Rights of Man:

Nie hatte sich England, und ganz Europa, eine so große Chance geboten wie durch die beiden Revolutionen in Amerika und Frankreich. Durch erstere hat die Freiheit einen Meister in der westlichen Welt, durch letztere in Europa. Wenn sich andere Nationen Frankreich anschließen, werden Despotismus und schlechtes Regieren kaum entstehen können. Um einen abgedroschenen Ausdruck zu benutzen: Das Eisen wird in ganz Europa heiß …. Die gegenwärtige Epoche wird später das Zeitalter der Vernunft genannt werden und die heutige Generation wird in der Zukunft als Adam der neuen Welt angesehen werden.1)

Paine, der England auch wegen seiner Grausamkeiten gegenüber Ostindien, den amerikanischen Indianern und afrikanischen Sklaven verurteilte, war ein Vorkämpfer für nationale Unabhängigkeit, die Rechte des Volkes und den revolutionären Krieg. In Rights of Man schrieb er: „Wenn die Regierungen Europas auf dem repräsentativen System begründet werden, werden sich die Nationen näher kommen, die Feindseligkeiten und Vorurteile, die durch die Intrigen und Tricks der Höfe entfacht wurden, werden verschwinden. Der unterdrückte Soldat wird ein freier Mann werden; und der gequälte Seemann wird seine Handelsreisen in Sicherheit antreten können und nicht länger wie ein Verbrecher durch die Straßen gezerrt werden.“2)

Die Französische Revolution hatte gezeigt, dass die alte Ordnung gestürzt werden konnte. Die Schriften von Paine, die in der Tradition der Leveller standen, unterstützten diesen Eindruck. In England wurde er als Verräter gebrandmarkt und sein Buch wurde umgehend verboten.

Paine schrieb keine akademischen Abhandlungen; er rief die Enteigneten auf zu handeln. Die Leveller hatten die Menschenrechte in der Englischen Revolution verkündet – und waren prompt unterdrückt worden. Paine schrieb in einer nicht weniger revolutionären Situation, die möglicherweise für die herrschende Klasse weit gefährlicher war. Die Opfer der industriellen Revolution – die kleinen Handwerker und die entwurzelte Landbevölkerung – reagierten mit der größten Begeisterung auf die Französische Revolution. In diesen Klassen hallte der Verlust alter Rechte am längsten nach. Für sie bedeuteten die Menschenrechte eine aufschlussreiche Kritik an der Staatsverfassung, von der sie ausgeschlossen waren. Das Stampfen ihrer Füße und das Raunen ihrer illegalen Diskussionen war der wesentliche Hintergrund von Paines Schriften. Trotz gewaltsamer Unterdrückung, obwohl Menschen für den Verkauf der Schrift ins Gefängnis geschickt wurden, fanden 200.000 Exemplare von Rights of Man ihre Verbreitung: das war eine Auflage, die die kühnsten Träume der Leveller weit übertraf.3)

Die alarmierte Obrigkeit machte sich dann daran, ein effizientes Spionagenetz aufzubauen. Die für Ausländer zuständige Abteilung im Innenministerium, die ursprünglich Emigranten aus dem revolutionären Frankreich überwachen sollte, wurde immer größer, bis sie schließlich Agenten in ganz Europa hatte, auch in Britannien und Irland. Informationen von Spionen, Informanten, Bow Street Runners, Wachmännern sowie aus den Briefen, die Zoll- und Postbehörden öffneten, wurden systematisch gesammelt und für die staatliche Repression benutzt – wie auch für die Aktivitäten von Provokateuren.

1) Rights of Man, by Thomas Paine, London 1791

2) Ibid - Rights of Man, by Thomas Paine

3) Puritanism and Revolution, by Christopher Hill, Panther History 1968

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Bildunterschrift: Englisches Rekrutierungsplakat für den Amerikanischen Krieg

Die Große Meuterei

1795, sechs Jahre nach der Erstürmung der Bastille, griff eine Menschenmenge in London König George III. an, als er in seiner Kutsche Whitehall hinunterfuhr. Das war keine Zuneigungsbekundung. Als seine Kutsche mit Steinen beworfen wurde, hörte der König von der Menge Rufe wie „Frieden!“, „Brot!“ und „Kein Krieg!, „Kein König!“ Auch ein Schuss wurde auf die Kutsche des Königs abgefeuert und die Fenster im Haus des Premiers in der Downing Street zerbrochen. Die Tory Regierung unter William Pitt erweiterte daraufhin die Gesetze über „Verrat“, so dass auch republikanische Äußerungen darunter fielen. Massenversammlungen wurden verboten.

Zwei Jahre später hissten Schiffe der Königlichen Marine, die in Spithead und Nore vor Anker lagen, blutrote Flaggen. Dies war normalerweise das Signal, dass Schiffe dabei waren, den Feind anzugreifen – aber in diesem Fall war es das Zeichen für eine Meuterei, die beinahe die gesamte Flotte einschloss. Diese Revolte kam nicht überraschend, da viele Seeleute durch Drückergruppen zum Dienst gezwungen und, sobald sie an Bord eines Schiffes waren, wie Gefangene behandelt wurden. Mit grausamen Disziplinarmaßnahmen wurden sie gezwungen, entsetzliche Bedingungen zu ertragen und oft schuldete man ihnen hohe Summen an Sold. Viele Seemänner, die während des Krieges gegen das revolutionäre Frankreich starben, verloren ihr Leben auf den zwar großen, doch überfüllten Schiffen durch Krankheit oder Unfälle.

Die Delegierten der meuternden Schiffe versuchten, ihre schlimme Lage und ihre daraus folgenden Handlungen ihren Landsleuten zu erklären:

Landsleute,

Vor allem Euch schulden wir eine Erklärung für unser Verhalten. Die Minister Ihrer Majestät kennen nur zu gut unsere Absichten, die gegründet sind auf den Gesetzen von Menschlichkeit, Ehre und nationaler Sicherheit – lange genug mit Füßen getrampelt von jenen, die eigentlich uns Freund hätten sein sollen – uns, den einzigen Beschützern Eurer Gesetze und Eures Eigentums. Die öffentlichen Schriften wimmeln von Fälschungen und Verdrehungen, um Euch Dinge glauben zu machen, die so weit von unseren Absichten entfernt sind wie das Verhalten derjenigen, die das Heft der nationalen Angelegenheiten in Händen halten weit entfernt ist von Ehrlichkeit oder normalem Anstand.

Sollen wir, die wir die Mühen eines schändlichen Krieges ertragen haben, zu Opfern von Tyrannei und Unterdrückung werden, die gemeine, vergoldete, verhätschelte Gauner, die im Luxus schwelgen, uns antun? Sollen wir, die wir inmitten wütender Stürme und tosender Elemente, unerschrocken am Tauwerk klettern und in der furchtbaren Höhe des Mastes schwanken, sollen wir schlimmer leiden als die Hunde auf den Straßen Londons? Sollen wir, die wir in mörderischen Schlachten den größten Feind verwirren, erschrecken und bändigen, die wir Eure Küsten vor Invasionen schützen, Eure Kinder vor dem Totschlag und Euer Land vor Brandschatzung – sollen wir Spielball für ein paar Tyrannen sein, die ihre Ehre, ihre Titel und ihr Vermögen nur durch uns erhalten haben? Nein, das Zeitalter der Vernunft ist endlich angebrochen. Lange haben wir versucht, uns als Menschen zu fühlen. Nun tun wir es. Wir wollen auch so behandelt werden.

… Landsleute, Ihr könnt Euch überhaupt nicht vorstellen, in welcher Sklaverei wir seit vielen Jahren leben müssen. Rom hatte seine Neros und Caligulas – aber wir können gar nicht sagen, wie viele ihres Schlages es in der britischen Flotte gibt – Männer ohne eine Spur von Menschlichkeit, ohne einen Schimmer von Tugend, Bildung oder Befähigung, die Akte übelster Willkür gegenüber denen ausüben, die schreckliches Unglück oder Patriotismus in ihre Macht getrieben hat – sie aalen sich in der Sonne des Wohlstands, während wir (müssen nochmals sagen, wer wir sind?) unter Entbehrungen schuften, die unmenschlich sind…. 4)

Diese Erklärung wurde von der Admiralität abgefangen und vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Die Erhebung wurde niedergeschlagen, die Anführer gehängt und viele andere Seeleute wurde ausgepeitscht oder eingesperrt, aber danach wurden Bezahlung und Behandlung der Seeleute verbessert. Dies wurde zur Blaupause, nach der die Obrigkeit Unruhen unter Soldaten und Seeleuten begegnete – der Repression folgten einige Zugeständnisse.

4) The Great Mutiny, by James Dugan, A Mayflower Paperback 1970

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Bildunterschrift: Admiral Bucker (links) trifft die Abgeordneten der Rebellen auf seinem Flaggschiff Sandwich, das von den Meuterern übernommen worden war

Die United Irishmen

Bis 1798 war in Irland die Zahl der britischen Soldaten innerhalb weniger Jahre von 14.000 auf 80.000 gestiegen, oft handelte es sich dabei um Milizen und Freiwilligenverbände. Der Grund dafür war die Entstehung der United Irishmen, von denen man wusste, dass sie Verbindungen zum revolutionären Frankreich unterhielten und bestrebt waren, das irische Volk zu vereinigen und ein freies und unabhängiges Irland zu schaffen.

Viele der schottischen Siedler, die ab 1609 in den Nordosten Irlands kamen, waren Presbyterianer. Auch sie hatten unter der Unterdrückung der Landbesitzer gelitten und waren durch die anglikanische Kirche religiös diskriminiert worden. Einige Presbyterianer gründeten zur Gegenwehr ihre eigenen Geheimgesellschaften, aber gegenüber den einheimischen Iren genossen sie einige Privilegien, vor allem ihr Recht auf Land waren in Ulster geschützt. Auch die Entstehung einer Leinenindustrie wurde gestattet, so dass eine wohlhabende Klasse von Geschäftsleuten entstand. Die Nachkommen der Siedler, die nun seit Generationen in Irland waren und sich selbst als Iren sahen, hatten ihre eigenen kulturellen und ökonomischen Interessen entwickelt, die sich nicht nur von denen der einheimischen Iren unterschieden, sondern auch vom englischen Establishment.

Eine sehr große Anzahl Presbyterianer waren bereits von Irland nach Amerika ausgewandert, wo sich 1776 dann viele von ihnen freiwillig meldeten, um zusammen mit anderen Kolonisten ihre Unabhängigkeit von England zunächst zu erklären und dann zu erkämpfen. Die protestantischen United Irishmen wollten die von Britannien auferlegten ökonomischen Beschränkungen und die korrupte politische Herrschaft loswerden. Der Anführer der Bewegung, Theobald Wolfe Tone, erklärte seine Ziele so: „Die Tyrannei unserer abscheulichen Regierung zu beenden, die Verbindung mit England abzubrechen, die nie versiegende Quelle all unserer politischen Übel, und die Unabhängigkeit unseres Landes zu sichern – dies waren meine Ziele. Das ganze Volk Irlands zu vereinen, alle Erinnerung an vergangene Zwietracht zu beseitigen und anstatt von Protestanten, Katholiken und Dissentern zu sprechen alle gemeinsam Irishmen zu nennen – das waren meine Mittel.“

Viele Presbyterianer und alle Dissenter (nonkonformistische Protestanten mit einer starken antiautoritären Tradition) unterstützten nun die United Irishmen. Diese Situation schuf jedoch für viele der Nachkommen der Siedler ein Dilemma, da sie ja zur Sicherung der englischen Herrschaft nach Irland gebracht worden waren. Tone wollte die Widersprüche in einer progressiven Richtung lösen und Irlands Unabhängigkeit durch ihre Vereinigung mit den einheimischen Iren gewinnen. Für kurze Zeit wurde Belfast zu einem revolutionären Zentrum. Auf den Straßen feierten begeisterte Anhänger der Französischen Revolution den Fall der Bastille mit Paraden und Flaggen.

Als die Unterstützung der United Irishmen zunahm, wurde die Stadt ein Ort der Aufklärung und religiöser Toleranz. Thomas McCabe, ein Mitglied der United Irishmen, der auch Juwelier war, überzeugte örtliche Geschäftsleute davon, sich vom Sklavenhandel fernzuhalten:

1786 trafen sich einige von Belfasts reichsten Handelsleuten, um zu besprechen, wie sie beim lukrativen britischen Sklavenhandel mitmachen könnten. Als sie sich daran machten, ein Dokument zu unterzeichnen, mit dem sie eine Sklavenhandelsgesellschaft gründen wollten, wurden sie von McCabe unterbrochen: „Gott möge die Hand dessen, der dies unterschreibt, verdorren lassen und seinen Namen ewiger Schande anheim geben.“ Die Drohung wirkte. Anders als Bristol und Liverpool wurde Belfast nicht in den Sklavenhandel gezogen.5)

General Lake, der Kommandeur der britischen Truppen sagte: „Belfast sollte äußerst hart bestraft werden, da es offensichtlich ist, dass jeder Aufruhr von dieser Stadt ausgeht.“

5) The New Internationalist, No. 255/May 1994, Article The Riotous and the Righteous, by Bill Rolston

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Bildunterschrift: Wolfe Tone wollte Katholiken und Protestanten vereinigen und ein freies vereinigtes Irland schaffen

Repression

Die britische Obrigkeit begann dann gegen die United Irishmen vorzugehen , indem sie die Zeitungen Press und Northern Star schloss und solche Publikationen für illegal erklärte. Unter dem Aufstandsbekämpfungsgesetz von 1797 wurde das Kriegsrecht über Ulster verhängt und britische Truppen wurden zur Befriedung des Landes und zur Unterdrückung der United Irishmen eingesetzt:

Schon im März 1793 ermutigte General Richard Whyte seine Gruppe, seine „charmanten Jungs“, wie er sie nannte, in Belfast zu randalieren und dabei die Wohnungen und Geschäftsräume bekannter Radikaler anzugreifen und jeden zusammenzuschlagen, der ihnen in den Weg kam. „Es wird niemand getötet“, berichtete Whyte, „aber die scharfen Säbel hinterlassen Spuren.“6)

Viele Oppositionelle wurden verhaftet und entweder in die Kolonien geschickt oder gezwungen, der Marine beizutreten. An den Protestaktionen bei Spithead and Nore waren etwa 15.000 Iren als Seeleute beteiligt, viele von ihnen frühere United Irishmen, die man in die Marine gezwungen hatte und die sich enthusiastisch der Meuterei anschlossen.

Zwischen revolutionären Organisationen in Großbritannien und Irland bestand enger Kontakt. 1792 wurde in der Address of the United Irishmen of Dublin to the English Society of the Friends of the People skizziert, wie die zukünftige Beziehung zwischen Britannien und Irland gestaltet werden könnte: „Was eine Union zwischen den beiden Inseln anbelangt, glaubt uns, wenn wir versichern, dass unsere Union auf beiderseitiger Unabhängigkeit beruhen wird. Wir werden uns mögen, wenn wir unabhängig sind. Es ist die Union des Geistes, die uns verbinden sollte.“

In Irland wurde die Führung des Militärs wegen zunehmenden Unterstützung innerhalb der Milizen für die United Irishmen allmählich unruhig. In der Nähe von Lisburn, County Antrim, wurden in den Blaris-Kasernen vier Männer der Monaghan-Milizen nach einem Kriegsgerichtsverfahren erschossen. Die Männer, Daniel Gillan, Owen McCanna, William McCanna und Peter McCarron, waren beschuldigt worden, Kontakt zu den United Irishmen zu unterhalten und eine geheime Offiziersstruktur in ihrer Einheit geschaffen zu haben. Den anderen Soldaten wurde befohlen, den Hinrichtungen beizuwohnen und danach an den Leichen vorbeizumarschieren.

Die Herrschenden stellten fest, dass der Erhalt eines Imperiums oft schwieriger war als seine Eroberung. Allmählich wurden Strategien entwickelt, die man heute als Counterinsurgency bezeichnet. Eine davon war, Freiheitsbewegungen zu drangsalieren und sie so zu vorzeitiger Rebellion zu zwingen, die dann von der überlegenen Staatsmacht niedergeschlagen werden konnte. Eine andere war die alte Lieblingsmasche – divide et impera – und so wurde nun die ethnisch-religiöse Trennung aus der Zeit der Siedler erneut benutzt, um die schwelenden Animositäten zwischen den einheimischen Katholiken und den Nachkommen der protestantischen Siedler zu schüren.

Vorwiegend protestantische Milizen wurden in katholischen Gegenden, die die United Irishmen unterstützten, eingesetzt. Der antikatholische Oranierorden wurde 1795 gegründet

und General John Knox, ein Landbesitzer aus Ulster, der wie Lake für eine harte Linie war, sagte, dass seine militärischen Operationen die Feinseligkeiten zwischen Oraniern und United Irishmen verstärken sollten … Auf dieser Feinschaft beruhe die Sicherheit der zentralen Grafschaften des Nordens.

Die Staatsmacht half dann, den Oranierorden zu bewaffnen und ermutigte dessen Mitglieder, den staatlichen Gruppen beizutreten. Örtlich wurden loyale bewaffnete Freiwilligentruppen organisiert und zum Angriff auf die United Irishmen benutzt. In Britannien wurden ähnliche Einheiten gebildet, um die Reichen zu schützen und die Armen zu unterdrücken.

Die Freiwilligen, eine berittene Kraft, die sich aus den oberen und mittleren Klassen der Bevölkerung rekrutierte, wurden zu Beginn der französischen Kriege aufgestellt. Während sie von einem militärischen Standpunkt aus ziemlich nutzlos waren, hatten sie als Vertreter der Klassen, die sie vertraten, als Hauptziel die Unterdrückung des Jakobinertums.“7)

In Irland waren diese Freiwilligenverbände wegen ihrer Barbarei und Grausamkeit gegenüber den United Irishmen und der Bevölkerung von Gegenden, die der Unterstützung verdächtig waren, bald berüchtigt.

6) Indiscipline and Disaffection in the armed forces in Ireland in the 1790s, An article by Thomas Bartlett In Radicals, Rebels and Establishments, by Appletree Press, 1985

7) A Peoples History of England, by A. L. Morton, Seven Seas Books 1965

Oliver's Armee - Kapitel 2 Bild 5

Bildunterschrift: Ein Mann wird an einem der „mobilen Galgen“ gehängt, während sein Haus brennt – Akt des staatlichen Terrors gegen sog. Rebellen.

Rebellion und Niederlage

Anfang 1798 stand Irland am Rande einer Rebellion und wartete darauf, dass Wolfe Tone mit französischen Truppen käme. Die britischen Versuche, die United Irishmen zu vernichten, nahmen zu. Hinrichtungen, Auspeitschungen, Einkerkerung und Tötungen wurden alltäglich. Man war entschlossen, die Bewegung mit allen Mitteln zu unterwerfen – oder sie vor der Ankunft der Franzosen zu einer verfrühten Rebellion zu provozieren:

Im März 1798 dehnte die britische Obrigkeit die Repression nach Süden in die Provinz Leinster aus. Man verhaftete zuerst die Führer der United Irishmen, um dann einen systematischen Terror gegen die Landbevölkerung zu entfesseln, in dem Häuser und Farmen in Brand gesteckt wurden. So wollte man die Abgabe von Waffen erzwingen. Da sie nicht länger auf die Franzosen warten konnten und vor der Wahl standen, entweder die Rebellion zu wagen oder vernichtet zu werden, erhoben sich im Mai und Anfang Juni 1798 etwa 100.000 Menschen.

Sie erhoben sich zuerst in der Mitte des Landes, dann im Südwesten. Presbyterianer aus Antrim und Down folgten. Zum Teil schienen ganze Gegenden in Bewegung zu sein. … Aber nach einigen Wochen begann die Rebellion zusammenzubrechen. Es mangelte an zentraler Organisation, die Franzosen kamen nicht und die militärische Macht des Gegners war überlegen. Ende August landeten, angeführt von General Humbert, 1000 französische Soldaten in Killala, in County Mayo. Anfangs erzielten sie einige Siege … aber sie waren zu wenige und sie waren zu spät gekommen. Die Landbevölkerung war bereits weitgehend besiegt.8)

Der Niederlage der United Irishmen folgte eine weitere Welle ungezügelter Repression. Tone wurde gefangen genommen. Vor seiner öffentlichen Hinrichtung starb er im Gefängnis mit durchschnittener Kehle.

In der amerikanischen Revolution wurden die Radikalen, die von Anfang an mit dabei gewesen waren, an den Rand gedrängt und revolutionäre Prinzipien – z.B. dass alle Menschen gleich sind und die Aufgabe der Regierung es ist, diese Rechte zu schützen – wurden nie vollständigen umgesetzt, auch wenn man sich weiterhin auf sie berief. Stattdessen übernahmen die Kontrolle diejenigen, die die Interessen der Landbesitzer und Geschäftsleute vertraten. Unter George Washington, der über bedeutenden Landbesitz verfügte, wurde der Kampf angefacht vom Landhunger und den geschäftlichen Möglichkeiten, von denen man glaubte, dass sie steigen würden, wenn die britische Herrschaft, mit ihrer Besteuerung und ihren restriktiven Gesetze beseitigt wären. Danach ging die Ausbeutung schwarzer Sklaven rasch weiter wie auch die Ausrottung der amerikanischen Indianer und der Raub ihres Landes.

Wie die Revolutionäre in Amerika bzw. in England im 17. Jahrhundert setzten sich die United Irishmen aus unterschiedlichen Kräften mit verschiedenen Motiven zusammen. Die Radikalen wollten eine demokratische Neuorganisation der irischen Gesellschaft, andere wurden mehr durch die Hoffnung auf bessere Geschäftsmöglichkeiten bewegt. Die letzteren waren oft geneigt, angesichts von Repression aufzugeben und manche wechselten sogar die Seiten, während erstere dazu neigten, bis zum bitteren Ende zu kämpfen und oft die größten Opfer für ihre Kühnheit bringen mussten.

1803 begann in Dublin ein weiterer Aufstand, der aber bald niedergeschlagen war. Die Anführer der Rebellen wurden hingerichtet, darunter Robert Emmet und Thomas Russel, ein früherer britischer Soldat und enger Freund von Tone, der als der „Mann von Gott weiß woher“ bekannt war.

8) The Cause of Ireland, by Liz Curtis, Beyond the Pale Publications 1994

Oliver's Armee - Kapitel 2 Bild 6

Bildunterschrift: Die Unterdrückung durch den Staat ging nach der Niederlage der United Irishmen weiter. Hier wird ein Flötenspieler gehängt, weil er eine „aufrührerische Melodie“ gespielt hat

Die Industrielle Revolution

Im Jahr 1803, sieben Monate bevor Emmet und Russell gehängt wurden, wurde Oberst Edward Despard und sechs Gardisten in London hingerichtet, nachdem man sie des „Hochverrats“ für schuldig befunden hatte. Später behauptete ein Regierungsspitzel, dass gleichzeitig 200 bewaffnete Soldaten zu einem Umsturzversuch in der Hauptstadt bereit gewesen seien. Despard war Mitglieder der Londoner Corresponding Society (LCS) gewesen, die 1798 Soldaten in Irland dazu aufgerufen hatte, nicht bei der Unterjochung Irlands mitzumachen. Die LCS äußerte Mitgefühlt mit dem Leiden der Iren und erklärte:

Falls ein Volk einmal der Regierung erlaubt, die wahren Prinzipien der Freiheit zu verletzten, wird Übergriff auf Übergriff folgen; Übel folgt auf Übel, Rechtsverletzung auf Rechtsverletzung und Macht wird Macht erzeugen, bis die Freiheiten aller unter despotischer Herrschaft verschwinden…

Irland hatte sich als nützliches Experimentierfeld zur Entwicklung kolonialer Taktik und Methoden der Repression gezeigt. Der nun folgende Prozess von Eroberung und Kolonisation auf der ganzen Welt brachte für die, die ihn betrieben und kontrollierten durch den Raub natürlicher Ressourcen und die Ausbeutung der Arbeitskraft der Einheimischen ein Vermögen ein. Die, die profitierten, sorgten dafür, dass zu Hause Gesetze in Kraft traten, die es erlaubten, britische Arbeiter in ähnlicher Weise auszubeuten.

Die ganze Macht des Staates und der Klasse der Unternehmer kam bei jedem Versuch von Arbeitern, sich zu organisieren und zu schützen, zum Einsatz. 1719 wurde es Arbeitern (nicht Erfindern) verboten, mit ihren Fähigkeiten ins Ausland zu gehen. Durch ein Gesetz von 1726 wurde die Vereinigung von Arbeitern streng unterdrückt: 14 Jahre Deportation für den Einsatz von Gewalt in Arbeitsstreitigkeiten, Tod für absichtliche Maschinenzerstörung. Aber die Arbeitgeber hatten das Recht, Vereinigungen zu gründen, „ in äußerster Ruhe und mit größter Geheimhaltung“ , wie Adam Smith sagte, „um die Arbeitslöhne zu senken“. … Als 1719 in Newcastle die keelmen für höhere Löhne streikten, wurde eine Regiment und ein Mann des Krieges gegen sie eingesetzt.9)

Nun, da die Armee gegen Rebellen in Irland und gegen die Franzosen auf dem Kontinent kämpfte, sollte die Industrielle Revolution, die mit Geldern aus dem Sklavenhandel finanziert wurde, für die Truppen eine neue interne Rolle schaffen. Als Wolle großen Profit brachte, vertrieben Landbesitzer die Pächter, um Platz zu schaffen für Schafe. Immer mehr Gesetze erlaubten es, immer größere Teile des Landes, das noch in Allgemeinbesitz war, zu einzuzäunen.

Dadurch stieg die Armut auf dem Land stark an. Farmarbeiter, Handwerker, die ihren Lebensunterhalt durch die neuen Produktionsmethoden verloren hatten, und Menschen, die vor dem Hunger flüchteten, z.B. irische Emigranten, bevölkerten die von Krankheiten geplagten Industriestädte. Sie wurden dort erbarmungslos von den neuen Industriekapitänen ausgebeutet, die massenhaft Arbeitskräfte für ihre Minen und Fabriken brauchten. Zu Hungerlöhnen arbeiteten Erwachsene viele Stunden am Tag unter fürchterlichen Bedingungen. Kinder, Mädchen und Jungen bereits ab sieben Jahren waren noch billiger und wurden zu einem Fünfzehnstundentag gezwungen. Als Anstrengungen gemacht wurden, die Situation zu verbessern, brachte Pitts Tory-Regierung die „Combination Laws“ ein, die es den Arbeitern verboten, Gewerkschaften zu gründen. So war es unausweichlich, dass es zu weit verbreiteten Hungeraufständen, der Vernichtung von Maschinen und zu Streiks kam. Um 1812 waren 12.000 Soldaten in den unruhigen Counties von Nottinghamshire, Lancashire und Yorkshire stationiert:

Wochenlang standen ganze Bezirke an der Grenze von Lancashire zu Yorkshire praktisch unter Kriegsrecht. Mit willkürlichen Verhaftungen, Durchsuchungen, brutalen Vernehmungen und Drohungen, für die Vergleichbares zu finden wir in der irischen Geschichte suchen müssen, wurde Terror ausgeübt.10)

9) Reformation to Industrial Revolution, by Christopher Hill, Weidenfeld and Nicolson 1967

10) The Making of the English Working Class, by E. P. Thompson

Oliver's Armee - Kapitel 2 Bild 7

Bildunterschrift: Ein junges Mädchen zieht unter der Erde einen Kohlewagen

Kasernen

Soldaten stellten sich oft auf die Seite des Volkes. Agenten der Regierung berichteten wiederholt von Verbindungen von Soldaten und Seeleuten zu revolutionären Organisationen. Es wurde berichtet, dass 1795 in Devonshire Soldaten „Helfershelfer in Hungeraufständen“ waren. Im Jahr 1800 dankten die Leute von Nottingham den Oxfordshire Blues für ihre Sympathien für die Aufständischen. Eine Informant des Innenministeriums berichtete 1816, wie ein Soldat seinen Freunden im Pub in Rowley von einem Brief seines arbeitslosen Vaters berichtete, der mit seiner Familie Hunger litt: „Er befahl ihm im Fall eines Arbeitslosenaufstands niemanden zu verletzen. Sollte er aber gezwungen sein zu schießen, entweder über ihre Köpfe zu zielen oder den zu erschießen, der den Befehl gab, und alle seine Kameraden davon zu überzeugen, das gleiche zu tun.

Bis sich England 1793 dem Krieg gegen das revolutionäre Frankreich anschloss, wurden die Soldaten in Häusern und Gasthöfen einquartiert. Die einzigen Kasernen gab es in Garnisionsstädten und Festungen. Pitt, der Tory-Premierminister, argumentierte dafür, die Industriegegenden mit Kasernen zu durchsetzen, und sagte: „Die Umstände im Land, zusammen mit der allgemeinen Lage, machten es ratsam Kasernen in anderen Teilen des Königreichs zu errichten. In einigen der Industriestädte ist ein Geist entstanden, der die Stationierung von Truppen in ihrer Nähe notwendig machte.“11) In einer weiteren Debatte einige Jahre später wurde die Errichtung von Kasernen als Mittel, die Soldaten von der Bevölkerung zu isolieren, verteidigt: „Die Regierung sollte nach der Maxime des französischen Komödianten handeln: ‚Wenn ich es [das Volk] nicht dumm machen kann, mache ich euch [die Soldaten] taub.“12)

Bis 1815 wurden 155 Kasernen gebaut. Sie waren feucht, kalt und völlig überbelegt. Das Leben der Rekruten sollte so hart und brutal sein wie die Gebäude, in denen sie kaserniert waren:

Sobald der Rekrut den Schilling der Königin genommen hatte, wurde der er mit brutalem Drill und unbarmherziger Tyrannei von Unteroffizieren gezähmt und eingeschüchtert. Dieses Brechen von Menschen, die oft in schlechter körperlicher und gesundheitlicher Verfassung waren, kam noch zu den üblen Lebensbedingungen in der Armee hinzu und so war die Sterberate dort um ein Vielfaches höher als in der Zivilbevölkerung. … Die übliche Bestrafung für ein bereits geringes Fehlverhalten war das Strafexerzieren mit Ausrüstung, das oft so grausam und langandauernd war, dass das Opfer vollständig erschöpft war … Deserteure wurden ausgepeitscht und dann mit einem in ihr Fleisch mit Schießpulver geriebenes „D“ gebrandmarkt, das nicht abwaschbar war.13)

Die Unterbringung in Barracken und die grausame Disziplin und Indoktrination halfen dazu, die Soldaten dem Denken und Empfinden der Bevölkerung zu entfremden. Die Armee erwies sich nun als ein effizientes Instrument für die Unterdrückung von Bewegungen im Inland. Der Historiker Professor George Rudé betrachtete mehr als ein Jahrhundert von Protestbewegungen im Volk und ihre Unterdrückung durch den Staat:

In meinen (zweifellos) unvollständigen Forschungen über die zwanzig Aufstände und Unruhen, die in Britannien zwischen den Edinburgh Porteous Riots von 1736 und der Great Chartist Demonstration im April 1848 stattfanden, kam ich zu folgenden Ergebnissen: die Masse tötete höchstens zwanzig Menschen; aber auf der anderen Seite ließen die Gerichte 118 Menschen hängen und 630 wurden von Soldaten erschossen.14)

11) Parl. Debates, House of Commons, Feb. 22nd, 1793

12) Parl. Debates, House of Commons, April 8th, 1796, speaker W. Windham

13) Colonial Small Wars 1837-1901, by Donald Featherstone, David and Charles 1973

14) Paris and London in the Eighteenth Century, by G. Rudé, London 1970

Oliver's Armee - Kapitel 2 Bild 8

Bildunterschrift: Kasernenhofdrill

Waterloo und Peterloo

Als Achtzehnjähriger hatte John Lees bei Waterloo gekämpft, dann aber die Armee verlassen und war nach Oldham in Lancashire und zu seiner Arbeit als Baumwollspinner zurückgekehrt. Die Industrielle Revolution veränderte die Produktion, aber schuf auch Slums und unmenschliche Arbeitsbedingungen in den neuen Fabriken. Weniger als vier Prozent der Bevölkerung hatten das Wahlrecht und landauf, landab gab es öffentliche Massenversammlungen, auf denen eine Parlamentsreform verlangt wurde. 1819, vier Jahre nach der Schlacht, in der Napoleon besiegt wurde, schloss sich Lees einer Menge von 80.000 Leuten an, die sich auf dem St. Peter’s Field in Manchester versammelten, um Reden für Reformen, u.a. z.B. von Henry „Orator“ Hunt zu hören.

Drei örtliche Friedensrichter, von denen zwei Kleriker waren, befahlen der Freiwilligenkavallerie von Manchester und Salford, die Redner zu verhaften. Diese Freiwilligentruppe, die von der regulären Armeeeinheit der 15. Husaren unterstützt wurde, zog ihre Säbel und griff die Menge an. Dabei wurden elf Menschen getötet und etwa 500 verletzt. Samuel Bamford, der Dichter der Weber, beschrieb, was er gesehen hatte, so: „Säbel wurden eingesetzt, um einen Weg durch bloße emporgestreckte Hände und schutzlose Köpfe zu schlagen; und dann sah man abgeschlagene Gliedmaßen und Schädel mit klaffenden Wunden. Stöhnen und Schreie mischten sich in den Lärm dieser furchtbaren Wirren.“15)

Der Waterloo-Veteran John Lees starb drei Wochen später an den Verletzungen, die ihm auf St. Peter’s Field zugefügt wurden. Ironischerweise ist es gut möglich, dass ihm die tödlichen Wunden seine früheren Kameraden vom 15. Husarenregiment beigebracht hatten, die beim Angriff auf die Menge stolz ihre Waterloo-Medaillen trugen:

Vor seinem Tod sagte John Lees noch, dass er bei Waterloo nie in so großer Gefahr war wie bei der Versammlung, denn in der Schlacht von Waterloo kämpfte man Mann gegen Mann, während es sich in Manchester um glatten Mord handelte. Er war mit dieser Meinung nicht allein. Auch andere Leute wiesen auf die Anwesenheit von Waterloo-Veteranen … in der unbewaffneten Menge hin und auf die Vorgehensweise des 15. Husarenregiments … und die Ereignisse von Manchester bekamen den Beinamen „Peterloo“.16)

Obwohl die Empörung über das Massaker sehr groß war und auch einige Zeitungen ihre Sympathien für die Opfer bekundeten, unterstützte die Tory-Regierung die Friedensrichter und gab ihnen mit neuen Gesetzen sogar noch größere Machtbefugnisse. Gemäß den Six Acts konnten Friedensrichter jetzt politisch Verdächtige summarisch verurteilen, den Umgang mit Waffen unterbinden, überall Durchsuchungen vornehmen und Versammlungen verbieten. Die Steuern für Zeitungen wurden erhöht und radikale Zeitungen hatten drastische Strafen für „Gotteslästerung und Volksverhetzung“ zu erwarten.

15) Chronicle of Britain, Chronicle Communications Ltd 1992

16) The Peterloo Massacre, by Joyce Marlow, Panther Books Ltd 1971

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Bildunterschrift: Satirischer Vorschlag zur Verleihung einer Medaille für die Ermordung armer Weber auf St. Peter’s Field

Bestrafungen beim Militär

Armeeoffiziere fürchteten sich oft vor ihren eigenen Soldaten so sehr wie vor dem Feind und da sie unbedingten, sofortigen Gehorsam brauchten, erzwangen sie strikte Disziplin, um die Kontrolle zu behalten. Das Gesetz gegen Meuterei von 1690 hatte bestimmt, dass Soldaten, die sich der Meuterei, Fahnenflucht oder des Aufruhrs schuldig gemacht hatten, nach Militärrecht, nicht nach zivilem Recht verurteilt werden sollten. Die Truppen der Krone erhielten das Recht, Kriegsgerichte für diese Vergehen einzusetzen. In den folgenden Jahrhunderten wurden britische Soldaten auf vielfältige Weise bestraft. Es gab das „hölzerne Pferd“, das oft Leistenbrüche verursachte, das ‚Log‘, ein an das Bein gebundene Eisengewicht; stundenlangen Kasernenhofdrill, der über Tage oder gar Wochen angeordnet wurde.

Die Auspeitschung war von allen Strafen die gefürchtetste. Calling out the Militia for Duty war ein Soldatenlied in Viktorianischer Zeit. In einer der Strophen sagt der Oberst seinen Leuten:

You are her Majesty’s soldiers now,
And if you dare to wrangle,
The cat-o’nine-tails is your doom,
Tied up to the triangle.

Die Auspeitschungen waren barbarisch, da schon wenige Hiebe das Fleisch bis zu den Knochen zerreißen konnten. Im Jahr 1831 schrieb ein Soldat der Scots Greys, Alexander Somerville, an die Presse, weil er wegen des Trainings zur Aufstandsbekämpfung in seiner Einheit besorgt war. Er meinte, dass „die Scots Greys zwar zuverlässig gegen Störungen des Landfriedens vorgehen konnten, man ihnen aber nie befehlen sollte, gegen die Freiheit im Land und gegen friedliche Demonstrationen des Volkes die Waffen zu erheben.“ Er wurde angeklagt, einen „aufrührerischen“ Brief an eine Zeitung geschrieben zu haben und zu 150 Peitschenhieben verurteilt. Später beschrieb er seine Qualen:

Der Oberstabsfeldwebel des Regiments, der hinten mit Buch und Stift stand, um jeden Hieb zu zählen und zu nummerieren, gab das Kommando. „Hufschmied Simpson, Sie werden Ihre Pflicht tun“. Dies zu tun hieß, die „Katze“ zweimal um den Kopf zu schwingen, zuzuschlagen und die „Katze“ durch die Finger der linken Hand zu ziehen, um Haut, Fleisch oder Blut zu entfernen; dann wurde sie wieder zweimal um den Kopf geschwungen und so ging es weiter …. Simpson nahm die „Katze“ wie befohlen; jedenfalls glaube ich das; I sah ihn nicht, aber ich hatte eine ungekannte Empfindung zwischen den Schultern, unterhalb meines Genicks, die sich in Richtung meiner Fingernägel und meiner Zehnägel ausbreitete und mir ins Herz stach, als ob ein Messer durch meinen Körper getrieben worden sei. Der Oberstabsfeldwebel schrie laut „eins“. Ich dachte, dass es freundlich wäre von Simpson, nicht wieder auf die gleiche Stelle zu schlagen. Beim zweiten Mal traf er einige Zoll weiter unten, und ich dachte, der erste Schlag wäre angenehm und einfach verglichen mit dem zweiten gewesen. Der Oberstabsfeldwebel zählte „zwei“. Die „Katze“ wurde wieder zweimal um den Kopf des Schmiedes geschwungen, und er traf irgendwo die rechte Schulter, und die laute Stimme des Zählers sagte „drei“. Das Schulterblatt war so empfindlich wie jeder andere Körperteil, und als er dann auf die linke Schulter hieb und die Stimme „vier“ brüllte, fühlte ich mein Fleisch in jedem Nerv zittern, von der Kopfhaut bis zu meinen Zehennägeln. Die Zeit zwischen jedem Hieb erschien quälend lange und doch kam der nächste Schlag zu früh …17)

Anderen einfachen Soldaten wurde die Ausführung dieser Strafen befohlen. Sie waren normalerweise durch ihre Teilnahme in großer emotionaler Aufregung wie dieser ehemalige Trommler: „Ich hatte mindestens dreimal pro Woche die Pflicht, Männer auszupeitschen. Man konnte dieser schmerzhaften Aufgabe nicht entkommen, ohne mit Sicherheit selbst vom Tambourmajor ausgepeitscht oder ins schwarze Loch gesteckt zu werden …“ Der ehemalige Trommler beschrieb dann, wie er andere Soldaten peitschte:

Nachdem der arme Kerl etwa 100 Hiebe erhalten hatte, lief das Blut in Strömen über seinen Rücken … als er dreihundert bekommen hatte, war ich von oben bis unten mit Blut beschmiert. Entsetzt über mein abscheuliches Aussehen rannte ich sofort nach der Parade in die Kaserne, um den Blicken der anderen Soldaten zu entkommen und meine Kleider und mich selbst vom Blut meines Kameraden zu reinigen.18)

17) The Rambling Soldier, by Roy Palmer, Penguin Books Ltd 1977

18) The British Soldier, by J. M. Brereton, Bodley Head 1986

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Bildunterschrift: Die Titelseite einer Flugschrift mit dem Titel: Folter im Militär – ein Brief an das englische Volk, veröffentlicht 1835

Die ‘Bloodybacks’

In der Öffentlichkeit nahm die Ablehnung der Auspeitschung von Soldaten zu. Im Jahr 1834 wurde unter dem Vorsitz von Lord Wharncliffe eine Kommission eingesetzt, um die Militärstrafen gegen Armeeangehörige zu untersuchen. Der Kommissionsbericht gab die Meinung des Establishments wieder und sprach sich für die Auspeitschungen aus: „Die Meinung von fast jedem von uns befragten Zeugen ist, dass die Ersetzung der Körperstrafen durch andere Arten der Bestrafung im aktiven Dienst und im Feld nicht praktikabel ist, und wenn es praktikabel ist, nicht ausreichend ist, um richtige Disziplin aufrechtzuerhalten.“

Über einen Antrag zur Reform der Körperstrafen in der Armee wurde im Parlament debattiert und abgelehnt – mit 227 Gegenstimmen und nur 94 Ja-Stimmen. Der Herzog von Wellington, früherer Oberkommandierender und dann Kabinettsmitglied, sprach sich mit allem Nachdruck für Auspeitschungen aus:

Britische Soldaten kommen aus den untersten Schichten der Gesellschaft…. Ich kann nicht erkennen, wie man eine Armee ohne Disziplin haben kann, und um die Disziplin aufrechtzuerhalten benötigt man Bestrafungen …. Es gibt keine Strafe, die irgendjemanden beeindruckt, außer der körperlichen Bestrafung…. Ich kann mir nichts denken, was außer der Furcht vor unmittelbarer körperlicher Bestrafung großen Eindruck machen soll. Ich muss sagen, dass in hunderten von Fällen die bloße Furcht vor der Peitsche sehr schwere Verbrechen verhindert hat…19)

Wellington, der einst seine Soldaten als „Abschaum der Erde“ bezeichnet hatte, sagte über seine Soldaten auch: „Ich weiß nicht, wie es dem Feind ergeht, aber mir machen sie Angst.“ Britische Soldaten wurden so oft gepeitscht, dass sie in ganz Europa als „Bloodybacks“ bekannt waren. Es war Napoleon, Wellingtons großer Gegner, der seine englischen Feinde als „perfides Albion“ bezeichnete. Die Franzosen, die Wellingtons Armee oft im Kampf gegenüberstanden, behaupteten, sie könnten die englischen Toten an den Narben auf dem Rücken erkennen, die die Auspeitschungen zurückgelassen hatten.

19) From the Report from His Majesty’s Commissioners for Inquiring into the System of Military Punishments in the Army (1836)

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Bildunterschrift: Ein Cartoon, der Auspeitschungen attackiert; The Northern Star, veröffentlicht 1838

Der Terror der „Katze“

Große Teile der Öffentlichkeit waren aber gegen Körperstrafen gegen Soldaten. Im schottischen Perth attackierten Wäscherinnen mit Steinen eine öffentliche Auspeitschung und zwangen die anwesenden Offiziere zur Flucht. Dem unglücklichen Adjutanten, den sie erwischten, versohlten sie mit der Peitsche den bloßen Hintern. Werber fürs Militär wurden oft verspottet, z.B. so:

Frage: Was haben eine Maus und ein Soldat gemeinsam?
Antwort: Beide leben in ständiger Angst vor dem Terror der Katze.

Ein Flugblatt gegen Rekrutierungen aus dieser Zeit zeigt die Abbildung einer Auspeitschung und endet mit der Botschaft: „Junge Männer Englands! Wenn Euch an Eurer Selbstachtung gelegen ist, lasst Euch nicht durch ein jämmerliches Kopfgeld von 5 oder 6 Pfund dazu verleiten, Euch dieser Erniedrigung zu unterwerfen. Wenn Ihr es doch tut, dürft Ihr Euch nicht beklagen, wenn sich die Strafe für Eure Torheit an den Fetzen Eures blutigen und zerfleischten Rückens ablesen lässt.“

Im Jahr 1867 legte Arthur J. Otway im Parlament einen weiteren Antrag vor, demgemäß britische Soldaten in Friedenszeiten nicht mehr ausgepeitscht werden sollten:

Er wies darauf hin, dass die Zahl der Auspeitschungen in der Armee – weit davon entfernt, weniger zu werden – tatsächlich angestiegen war. 1833 hatte es 307 Fälle gegeben; aber 1864 hatten 528 Männer insgesamt 25.638 Peitschenhiebe erhalten; im Jahr 1865 hatten 441 Männer 22.275 Hiebe erhalten. Ein Mann wurde gepeitscht wegen „verschiedener“ Delikte, während ein anderer vor kurzem nach einer solchen Bestrafung im Krankenhaus starb. Männer wurden durch trickreiche Rekrutierungsoffiziere in betrunkenem Zustand in die Armee gelockt. Wenn sie dann wieder nüchtern waren und aus der Falle entkommen wollten, wurden sie ausgepeitscht. 72 Männer wurden 1865 wegen Fahnenflucht ausgepeitscht und siebzehn wegen gewohnheitsmäßiger Trunkenheit. Aber wenn man die Offiziere betrachtet, wie anders war da doch das Bild. Ein Hauptmann, der in Indien diente, war so betrunken, dass er vom Tisch eines indischen Herrschers entfernt werden musste – aber er erhielt nur einen Verweis.20)

Das Parlament lehnte wieder ab, da das Establishment, darauf bedacht, seine Interessen zu schützen und das Recht verteidigte, Soldaten durch harte Bestrafung zu kontrollieren. Erst 14 Jahre später - und dann nur unter dem starken Druck von Reformkräften - wurden die Auspeitschungen durch das Army Discipline-Gesetz von 1881 abgeschafft – in den Militärgefängnissen wurden sie allerdings noch bis 1907 durchgeführt.

Andere Strafen wurden stattdessen verwendet, z.B. Field Punishment Number 1, bei der der Delinquent in X-Form auf das Rad einer Geschützlafette gebunden wurde. Dort blieb er für viele Stunden am Tag und musste Übungen und Drill erdulden, wenn er zeitweise losgebunden wurde, alles bei Brot und Wasser. Archie Baxter, der diese Strafe für Wehrdienstverweigerung erhielt, beschrieb seine Qualen: „Meine Hände waren zusammengebunden und nach oben gezogen, die Muskeln wurden verzerrt und verkrampft und in eine unnatürliche Position gebracht … Ich wurde so heftig gestreckt, dass ich mich keinen Zoll regen konnte … Der Schmerz wurde immer schlimmer, bis er nach einer halben Stunden unerträglich schien.“ Von Soldaten wurde diese neue Form der Bestrafung „Kreuzigung“ genannt.

20) The Strange Death of Private White, by Harry Hopkins, Weidenfeld and Nicolson

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Bildunterschrift: Die Strafe der Auspeitschung wurde gegen Soldaten und "gefangene Feinde" verhängt

Die Hinrichtung eines Soldaten

Die Auspeitschung war die von den Soldaten am meisten gefürchtete Strafe, aber die höchste Strafe war die Hinrichtung – gewöhnlich nach einem Kriegsgerichtsverfahren und durch ein Erschießungskommando. Auspeitschung und Erschießungskommando sollten andere Soldaten einschüchtern und so fanden diese Bestrafungen umgeben von ausgeklügelten Zeremonien statt. Die anderen Soldaten mussten paradieren und das Ganze beobachten. Nur in wenigen Fällen wurde der Beschuldigte zivilen Gerichten übergeben.

Einer dieser Fälle war 1861 der des achtzehnjährigen irischen Rekruten in der Cornwall Light Infantry, Patrick M’Caffrey. Seine Geschichte ließ das am meisten gesungene und gewiss das subversivste Lied, das je über einen Soldaten der britischen Armee geschrieben wurde, entstehen. Der Name des Soldaten existiert in verschiedenen Schreibweisen und neuere Versionen des Liedes heißen McCafferty:

When I was 18 years of age,
Into the British Army I did engage;
I left my home with the good intent
To join the forty-second regiment.

To Fulwood Barracks then I did go,
To serve my time in that depot.
From troubles then I was never free;
My captain took a great dislike to me.

When posted out on guard one day,
Some soldiers’ children came along to play;
From the officers’ mess my captain came
And ordered me to take their names.

I took one name instead of three,
On neglect of duty, they then charged me;
Ten days’ CB with loss of pay,
For doing my duty – the opposite way.

With a loaded rifle I did prepare,
To shoot my captain on the barrack square;
It was my captain I meant to kill,
But I shot my colonel against my will.

At Liverpool Assizes then I stood,
I held my courage as best I could;
But the judge he says McCafferty,
Go prepare yourself for eternity.

Well I had no father to take my part,
Nor loving mother to break her heart;
I had but one friend, and a girl was she;
Who’d have laid down her life for McCafferty.

So come all you officers and NCO’s,
Take some advice from one who knows,
It was only lies and a tyranny,
That made a martyr of poor McCafferty.

Obwohl das Lied einige Ungenauigkeiten enthält, z.B. war es tatsächlich das 32. Regiment und nicht das 42., gibt es doch im Wesentlichen die Ereignisse korrekt wieder. M’Caffrey muss ein bemerkenswert guter Schütze gewesen sein; die eine Kugel, die er auf Hauptmann Hanham abschoss, töte diesen und auch den Leutnant Croton, der neben Hanham ging. Am Sonntag, den 11. Januar 1862, wurde M’Caffrey vor den Toren von Kirkdale Gaol in Liverpool öffentlich vor etwa 30.000 bis 40.000 Leuten gehängt. Die Menge war eindeutig auf seiner Seite und schrie und zischte den Henker Calraft an (der fünf Jahr später die Märtyrer von Manchester, Larkin, O’Brien und Allen, hinrichtete).

Auch Kameraden in der Armee sympathisierten mit M’Caffrey, da auch sie unter der harten Disziplin und den kleinlichen Schikanen litten, die zu seiner Tat und seinem tragischen Ende geführt hatten. Seit damals wird das Lied in der Armee von den Soldaten in unterschiedlichen Versionen gesungen – obwohl es ein strafwürdiges Vergehen ist. (Ich erinnere mich daran, den Text des Liedes 1967 gelernt zu haben, während ich nachts nach einem feuchtfröhlichen Ausflug nach Salisbury auf dem Weg zurück in die Tidworth Garnison war. Man sagte mir, dieses Lied könne nur gesungen werden, wenn kein Vorgesetzter es höre). Die Abneigung der Vorgesetzten gegenüber McCafferty wurde wahrscheinlich noch verstärkt dadurch, dass es zur Melodie von The Croppy Boy, einem irischen Rebellenlied, gesungen wurde, das an die irischen Unterstützer der Französischen Revolution , die einen croppy, d.h. kurzen Haarschnitt trugen, erinnerte.

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Bildunterschrift: Ein Lokalblatt berichtet über das Attentat in den Fulwood Barracks, bei dem zwei Offiziere starben

Die "Konstabler"

Während des gesamten 19. Jahrhunderts war Irland Teil des Vereinigten Königreichs. Kasernen voll mit britischen Soldaten befanden sich in fast allen Teilen des Landes. Die politische Entwicklung folgte einem bekannten Schema, als Politiker wie O’Connell und Parnell Kampagnen für eine Landreform und nationale Rechte führten. Wenn zunächst friedliche Forderungen, dann Proteste auf eine Mauer aus Feindseligkeit, Unnachgiebigkeit und Repression seitens der Landbesitzer und des britischen Establishments trafen, entstanden Untergrundbewegungen wie die Young Irelanders und die Fenians, die mit gewaltsamen Mitteln kämpften.

Bei „Polizeiaktionen“ erwiesen sich die Hemmungslosigkeit von Freiwilligentruppen, die fehlende Disziplin und Unzuverlässigkeit von Milizen und der brutale Einsatz von Gewalt durch die Armee oft als kontraproduktiv. Sowieso wurden Soldaten ständig in Kriegen an weit entfernten Orten gebraucht. Dies alles legte die Bildung einer neuen „Polizei“ nahe, die sich vor allem aus der einheimischen Bevölkerung rekrutierte – eine Truppe, die präziser und disziplinierter vorgehen würde und politisch akzeptiert wäre.

Auch verbesserten sich die Kommunikationswege, wodurch die Wahrheit schwieriger zu verbergen war. Größere Anstrengungen mussten unternommen werden, um die anscheinend nie endenden Gewaltausbrüche gegen die Regierung zu erklären. Der britischen Obrigkeit, die versuchte alle Gewaltakte „Banditen“ und „Gesetzlosen“ zuzuschreiben, konnte die Einrichtung einer Polizei, die anstelle von Soldaten „Gesetz und Ordnung“ hütete, helfen, diese Fiktion aufrechtzuerhalten. So konnte man potentiell für die Regierung peinliche politische Ereignisse Verbrechern und Kriminellen zurechnen.

1812 traf der neu ernannte Chief Secretary von Irland, Sir Robert Peel, in Dublin ein und setzte sich für die Einsetzung einer landesweiten Polizeitruppe ein. Zwei Jahre danach wurde die Peace Preservation Force zum ersten Mal in Middlethird, County Tipperary, eingesetzt. Sie wurde später durch eine Grafschaftspolizei ergänzt, aber beide Polizeitruppen wurden 1836 zur Irish Constabulary (IC) zusammengefasst und zentraler Kontrolle unterstellt. Peel ging später nach Westminster zurück, um Innenminister zu werden. 1829 initiierte er die Metropolitan Police.

London machte die „britische Demokratie“ zum Modell für eine rechtmäßige Regierung, als die herrschende Klasse ihre Vorherrschaft im Inland und den Kolonien zu bewahren versuchte. Aber es gab einen entscheidenden Unterschied in Britannien und Irland zwischen „Gewalt und Konsens“ (um Gramscis Charakterisierung zu benutzen), die notwendig waren, um die Hegemonie des Gewalthabers zu behaupten – und folglich in der Art wie „Recht und Ordnung“ durchgesetzt wurden.

Innerhalb Britanniens, ………, verfolgte Westminster das Konzept einer neutralen Staatsgewalt, die im Interesse aller handelte. Tatsächlich wurden abweichende Meinungen und oppositionelle Akte als „gegen die nationalen Interessen gerichtet“ bezeichnet und entweder ignoriert und unterdrückt. Aber als die herrschende Elite ihre Dominanz und Autorität etabalierte, schufen sie auch ein kohäsives staatliches System, an das sich die meisten Leute allmählich hielten. Gemäß diesem Muster entwickelte sich die Polizei in Britannien zu einer lokalen, unbewaffneten Truppe, die den Konsens der Leute suchte, in deren Mitte sie operierte. Es gab bis zu einem gewissen Grad lokale Kontrolle über die Polizei, die Knüppel anstatt Waffen trug und deren Hauptaufgabe die Verhinderung von Verbrechen war. Im Hintergrund standen Einheiten wie die Special Branch – ursprünglich 1883 zur Bekämpfung der Fenier gebildet – und paramilitärische Einheiten mit Zugang zu Waffen, deren Hauptaufgabe es war, den Status quo zu schützen.

In Irland, wo die Legitimität der britischen Herrschaft immer suspekt war und der Staat nie die moralische Autorität wie zu Hause in Britannien besaß, war die Gewichtung im Verhältnis von Gewalt und Konsens gerade umgekehrt. Die Irish Constabulary wurde zentral kontrolliert, bewaffnet und handelte hauptsächlich als repressive Kraft – zur Aufrechterhaltung britischer Herrschaft, wobei die Verbrechensbekämpfung zweitrangig war. Im Jahr 1839 untersuchte eine Kommission die Einrichtung einer Polizei für England und Wales. Nach der Untersuchung der Polizei in Irland berichtete die Kommission: „Die Konzeption der irischen Polizeikräfte ist von Ursprung und Handlungsweise her im Wesentlichen nicht auf England und Wales übertragbar Sie haben mehr militärischen und repressiven Charakter und müssen folglich in größerer Anzahl auftreten als eine Polizei, wie wir sie zur Prävention für am geeignetsten halten…21)

21) First Report of the Commissioners appointed to inquire as to the best Means of Establishing an Efficient Constabulary Force in the Counties of England and Wales, 1839

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Bildunterschrift: Die irische Polizei bietet eine Belohnung für die Erfassung eines Anführers der Fenier, James Stephens, der gerade entkommen ist

Kolonialpolizei

Im Jahr 1847 besuchte der ehemalige Soldat Alexander Somerville Irland. Er war derjenige, den man wegen des Schreibens eines „staatsgefährdenden Briefes“ an eine Zeitung hatte auspeitschen lassen, als er bei den Scots Greys diente. Somerville, mit seiner Herkunft aus der armen Arbeiterklasse, war vor allem über die Landbesitzer wütend:

Eine große Anzahl übelster irischer Landbesitzer, so glaubte Somerville, hatte „Irland in eine Situation gebracht, für die es in der Geschichte der Nationen keinen Vergleich gab“. Als Klasse standen sie seiner Meinung nach auf der Stufenleiter von ehrlichen und ehrenwerten Männern ganz unten. Tatsächlich sei der irische Landbesitzer nur einer, der die Pacht einstreicht, die sein Agent vor Ort auspresst, wobei keiner der beiden etwas für die Farm tue – und auch keine Straßen oder Gebäude bauen lasse.

Während man in England davon ausging, dass die Landflucht den Arbeitsmöglichkeiten in der städtischen Industrie geschuldet war, gab es in Irland keine solchen Arbeitsmöglichkeiten. Die Landflucht war mit Gewalt erzwungen und unerträglich. Somerville beklagte, wie gut die Bedingungen zu der Zeit für Vertreibungen waren: „England zahlt aus Steuergeldern alle diese bewaffneten Männer, rüstet sie aus mit Kugeln, Bajonetten, Schwertern, Gewehren und Pulver, um diese Pächter und ihre Familien obdachlos zu machen und sie dem Frost des Februars auszusetzen.“22)

Somerville stellte fest, dass viele dieser Bewaffneten Polizisten waren und schrieb: „Eines der ersten Dinge, die dem Fremden ins Auge fallen und ihn verwundert umherschauen lassen, ist die Polizei, der er in allen Teilen des Landes begegnet, auf allen Straßen, in jedem Dorf, selbst auf Farmland, an der Küste wie auch auf den kleinen Inseln draußen im Meer.“ Somerville fuhr fort:

Diese Polizisten tragen eine dunkelgrüne Uniform und sind bewaffnet; das ist es, was an ihnen auffällt: sie sind bis an die Zähne bewaffnet. Sie haben Patronengürtel, kurze Gewehre, die Karabiner genannt werden, und Bajonette, Pistolen sowie Schwerter.23)

Im Jahr 1867 zeichnete Königin Viktoria die IC für ihre Rolle bei der Bekämpfung der Fenier aus und gestatte ihnen das Präfix „Royal“ vor ihrem Namen. Später schrieb G. Garrow Green, ein Kadett der RIC, über seine Ausbildung: „Lesern, denen die Truppengattung nicht vertraut ist, kann ich sagen, dass es sich um eine spezielle Militärpolizei für Irland handelt, die in einer der Armee sehr ähnlichen Weise geführt wird … Ich würde sagen, dass die Royal Irish Constabulary sich in keiner Weise von einer Infantrieeinheit der Armee unterscheidet…“24)

Die RIC benutzte den ständigen Informationsfluss aus einem Netzwerk von Spionen und Informanten , kombinierte ihn mit den Kenntnissen ,die sie während der Polizeiarbeit (Gesetz) vor Ort erwarben, und und nutzten ihr Wissen bei Counter-Insurgency-Offensiven (Ordnung) gegen politische Gegner bestmöglich aus:

Tatsache ist, dass das Vorbild bei der Schaffung kolonialer Polizeikräfte während des 19. Jahrhunderts tatsächlich nicht vorwiegend die Polizei in Großbritannien war, sondern die Royal Irish Constabulary … von den Kolonien aus betrachtet, war die Bildung von etwas, was wir heute „paramilitärisch“ nennen würden bzw. eine Gendarmerie, die bewaffnet ist und dafür ausgebildet wird, als Agent der Regierung zu agieren … in einem Land, in der die Bevölkerung vorwiegend ländlich war, Kommunikationswege schlecht und die sozialen Bedingungen weitgehend primitiv waren und der Rückgriff auf Gewalt von Leuten, die gegen die Regierung waren, nicht selten. Es war klar, dass eine solche Kraft als passendes Modell für koloniale Bedingungen gewählt werden sollte und nicht eine Truppe, die den rein zivilen und ortsgebundenen Polizeikräften Großbritanniens entsprach.25)

Dieses Muster einer Armee, die eine paramilitärische Polizei unterstützt, wurde zum Prototyp für die Aufrechterhaltung britischer Herrschaft in anderen Teilen des Empire. Sir Robert Peel, der den Anstoß für die Aufstellung der ersten Polizeikräfte in Irland und Britannien gab, war später am Anfang der großen Hungersnot britischer Premierminister. Die Hungernden, die die „Aufmerksamkeit“ der britischen bewaffneten Kräfte erhielten, unterschieden kaum zwischen „Peelers“ und britischen Soldaten. Der nationalistische Führer Daniel O’Connell gab Peel den Spitznamen ‚Orange Peel‘ und merkte an, dass das Lächeln Peels wie „die silberne Platte auf einem Sarg“ sei.

22) Letters from Ireland during the Famine of 1847, by Alexander Somerville – edited by K. D. M. Snell, Irish Academic Press 1994

23) Ibid - Letters from Ireland during the Famine of 1847, by Alexander Somerville

24) In the Royal Irish Constabulary, by G. Garrow Green, Dublin 1905

25) The Colonial Police, by Sir Charles Jefferies, Max Parrish London 1952

Oliver's Armee - Kapitel 2 Bild 15

Bildunterschrift: Polizei und Soldaten bewachen im Gefängnis Mountjoy eingesperrte Fenier

Bourgeoise Demokratie

Während Cromwells Zeit hatte Gerrard Winstanley die Regierung mit einer Diebesbande verglichen. Fast zwei Jahrhunderte später, nämlich 1835, brachte John Wade ein Buch mit dem Titel „The Extraordinary Black Book, an Exposition of Abuses in Church and State“ („Das außergewöhnliche Schwarzbuch, eine Darstellung von Missbrauch in Kirche und Staat“) heraus. Darin enthalten ist eine „Analyse des im Jahr 1830 gewählten House of Commons“:

Verwandte von Peers,256
Placemen und Pensionäre, 217
Armeeoffiziere, 89
Marineoffiziere, 24
Rechtsanwälte, 54
Interessenvertreter East India, 62
Interessenvertreter West India, 35
Bankiers, 33
Interessenvertreter der Landwirtschaft, 356
Verschiedene, 51

Es hatte sich ganz offensichtlich seit Winstanleys Zeit wenig geändert und Wade fuhr fort: “Viele der Parlamentsmitglieder gehörten zu mehreren Klassen oder Interessengruppen und sind in jeder aufgeführt, was die Anzahl der Mitglieder ansteigen lässt. Es ist offensichtlich, dass die übergroße Mehrheit Verbindungen hatte zum Adel, der Armee, Marine, den Gerichten, öffentlichen Ämtern und Kolonien; und, anstatt das Volk zu vertreten, nur die Interessen vertrat, die das House of Commons verfassungsgemäß aufmerksam und wirksam kontrollieren sollte.

Im Jahr 1841, sechs Jahre nachdem Wade sein Extraordinary Black Book herausgebracht hatte, schrieb Charles Dickens eine satirische neue Version von The Fine Old Gentleman, über Macht und Korruption in dieser Zeit:

I’ll sing you a new ballad, and I’ll warrant it first-rate,
Of the days of that old gentleman who had that old estate;
When they spent the public money at a bountiful old rate
On ev’ry mistress, pimp, and scamp, at ev’ry noble gate,
In the fine old English Tory times;
Soon may they come again

The good old laws were garnished well with gibbets, whips, and chains,
With fine old English penalties, and fine old English pains,
With rebel heads, and seas of blood once hot in rebel veins;
For all these things were requisite to guard the rich old gains
Of the fine old English Tory times;
Soon may they come again!

The good old times for cutting throats that cried out in their need,
The gold old times for hunting men who held their father’s creed,
The good old times when William Pitt, as all good men agreed,
Came down direct from Paradise at more than railroad speed,
Oh the fine old English Tory times;
When will they come again!

In those rare days, the press was seldom known to snarl or bark,
But sweetly sang of men in pow’r, like any tuneful lark;
Grave judges, too, to all their evil deeds were in the dark;
And not a man in twenty score knew how to make his mark,
Oh the fine old English Tory times;
Soon may they come again!

The bright old day now dawns again; the cry runs through the land,
In England there shall be dear bread – in Ireland sword and brand;
And poverty, and ignorance, shall swell the rich and grand,
So, rally round the rulers with the gentle iron hand,
Of the fine old English Tory days;
Hail to the coming time!

Dickens Gedicht ist auch für uns heute noch relevant. In der jüngsten Vergangenheit haben wir gesehen, wie die britische Armee und eine Polizei kolonialen Stils – die RUC – einen schmutzigen Krieg führten und Internierung, Folter und „Shoot-to-kill“ gegen das irische Volk einsetzten. Gleichzeitig benutzte Margret Thatchers Tory-Regierung britische paramilitärische Polizeikräfte gegen den „Feind im Innern“ – gegen die Bergarbeiter. Das zeigt, wie wenig sich die Dinge in den letzten Jahrhunderten geändert haben.

Wir haben es allerdings mit einer etwas ausgeklügelteren Version der Vortäuschung von gesellschaftlicher Gleichheit zu tun. An der Oberfläche sieht es so aus, als würden wir heute in einer viel demokratischeren Gesellschaft leben, aber es ist noch ein langer Weg, bis man behaupten kann, dass wir eine wirkliche Demokratie haben – selbst einige der Forderungen, die die Leveller im der Mitte der 17. Jahrhunderts erhoben, sind noch nicht erfüllt. Die Medien, die vorwiegend entweder vom Staat oder von Medienmogulen kontrolliert werden, spielen eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung des Status quo und sorgen dafür, dass nur die, die dem BigBusiness freundlich gesonnen sind, an die Macht gelangen. Eigennützige Interessen haben immer noch die Oberhand. Als Tony Benn Labour-Abgeordneter war, erklärte er, wie das System uns noch heute kontrolliert:

Die britische Staatsverfassung funktioniert in einer sehr subtilen Weise, um uns in Reih und Glied zu halten. ... Und garantiert, dass die Privilegien der Mächtigen vor jeder Herausforderung sicher sind ... Die Krone, die Lords, die Honours List und die ganzen staatlichen Utensilien spielen bei der Aufrechterhaltung des Status quo eine wichtige Rolle.

Wir sind nicht Bürger, sondern Untertanen, denn jeder der Machtbefugnisse erhält, muss laut Gesetz vor Amtsantritt einen Eid auf den Monarchen schwören. Parlamentsabgeordnete, Kabinettsmitglieder, Peers, Richter, Polizeichefs und sogar Erzbischöfe und Bischöfe müssen auf die Krone schwören, bevor sie eingesetzt werden. Und alle, die hohe Positionen haben, kamen dorthin durch ein ausgeklügeltes System der Patronage, alles im Namen der Königin. In jedem Fall wird die tatsächliche Entscheidung durch den Premierminister und andere Minister getroffen, wodurch diese immense und unkontrollierte politische Macht erhalten.

Die Macht, in den Krieg zu ziehen, ist ein königliches Vorrecht und das Parlament muss nicht einmal konsultiert werden ... Vergleichen Sie einen britischen Staatsangehörigen mit einem amerikanischen, französischen, deutschen oder irischen Bürger, und Sie werden sehen, dass diese ihr Staatsoberhaupt wählen und auch die beiden Kammern ihres Parlaments. Wir dürfen nur eine Kammer des Parlaments wählen, während der Thron und die Sitze im House of Lords vererbt werden ....

Vor dem englischen Bürgerkrieg bestimmten Kirche und Monarchie das Leben der meisten Menschen. Und danach übernahm der Staat nach und nach die beherrschende Rolle. Die herrschende Klasse überlebte die revolutionäre Periode am Ende des 18. und zu Anfang des 19. Jahrhunderts, indem sie alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzte. Um ihre Dominanz und ihre Kontrolle aufrechtzuerhalten, entfesselte sie eine Welle der Repression, erließ drakonische Gesetze, setzte Spione, Agenten und Provokateure ein. In Irland und Britannien wurden Polizeikräfte geschaffen, Armee und Marine reorganisiert, und die Kontrolle des Establishments über die Staatsgewalten verstärkt.

Heute wird unser Leben zunehmend von multinationalen Konzernen bestimmt und von der von den USA dominierten "Neuen Weltordnung". Die Regierungen in Westminster unterstützen den neuen Imperialismus unterwürfig und erlassen Gesetze und Verordnungen, um den Anforderungen der großen Unternehmen zu entsprechen. Hinter der Fassade der bürgerlichen Demokratie, die eine Illusion von Demokratie schafft, aber keine demokratische Substanz hat, hält die herrschende Klasse immer noch ihre Dominanz aufrecht und kontrolliert den Staatsapparat – auch das Parlament in Westminster und die Kräfte der Repression.

Oliver's Armee - Kapitel 2 Bild 16

Bildunterschrift: Sowohl Soldaten als auch Polizei führten die Landvertreibungen in Irland durch

 

Übersetzung: (sib) Irlandinitiative Heidelberg, 25. Mai 2007,
Anmerkungen in Klammern dienen der Erläuterung
Zur Kapitelübersicht

Copyright © 2004 Aly Renwick / TOM (Troops Out Movement)
Englisches Original - English Language Version

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