Das Patrick Finucane Centre, Derry, Nordirland

- Einsatz für Menschenrechte und soziale Veränderungen -


Das Patrick Finucane Zentrum ist ein unabhängiges politisches und Menschenrechtszentrum, welches im Herzen des Stadtteiles Bogside in Derry angesiedelt ist.

Es besteht , um die Respektierung und Einhaltung von Menschenrechten und sozialen Veränderungen zu unterstützen.

Ursprünglich bekannt als "Bloody Sunday"-Initiative, ist es nun zum Zentrum für eine Vielzahl von unabhängigen Bildungs- und Aktionsprojekten geworden. 

All diese Projekte haben einige Ziele gemeinsam:

Das Zentrum ist ursprünglich gegründet worden aus der Überzeugung heraus, daß es einen Bedarf gibt für ein Projekt, welches einen Fokus darstellt, um gewaltfreie und politische Antworten auf Ungerechtigkeiten zu entwickeln und daraus folgend mit dazu beiträgt, ein neues, demokratisches und nicht sektiererisches Irland zu schaffen.

Was umfaßt die Arbeit des Patrick Finucane Zentrums?

  1. Seit Januar 1990 haben wir die Verantwortung für die Organisation der jährlichen Bloody-Sunday-Gedenkfeier, einschließlich der Demonstration und Kundgebung, übernommen. Wir haben diese Gedenkfeier initiiert, um einen Fokus für Menschen, die sich in Irland und weltweit für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, zu schaffen, damit in diesem Kontext die wechselseitigen Erfahrungen (mit)geteilt werden können und die Ereignisse in Derry im Januar 1972 nicht in Vergessenheit geraten. Wir denken, daß dieser Ansatz wichtig ist, weil wir wissen, daß unsere Bestrebungen und Hoffnungen von anderen Menschen, die ebenfalls gegen Repression und Ungerechtigkeit ankämpfen, geteilt werden.

  2. Wir sind das einzige Zentrum in Derry, welches sich ständig mit der Menschenrechtssituation befaßt und sein besonderes Augenmerk auf politische Veränderungen richtet. Wir erhalten keinerlei finanzielle Unterstützung von der britischen, irischen oder US-amerikanischen Regierung. Wir wahren dadurch unsere Integrität und Unabhängigkeit in Bezug auf die Möglichkeit, alle Anlässe und Vorfälle, bei denen Menschenrechte verletzt werden und Repressionen erfolgen, im Rahmen von Kampagnen aufzugreifen. Wir haben eine aktive Kampagne geführt, um die Freilassung der "Birmingham 6" zu erreichen und deshalb sind wir auch von der Familie von John Walker (eine de "Birmingham 6") gebeten worden, seine Rückkehr nach Derry zu organisieren, als die "Birmingham 6" im März 1991 befreit, aus der Haft entlassen wurden. (John Walker ist ein Mitglied unseres Zentrums und Paul Hill von den "Guildfort 4" gehört zu unseren Fördermitgliedern).

  3. Das Zentrum organisierte die ersten Treffen, die zu der Entstehung der "Bloody Sunday Justice Campaign" (Gerechtigkeit für die Opfer des Bloody Sunday-Kampagne) führten. Die Gerechtigkeits-Kampagne ist eine unabhängige Gruppe, die besteht, um auf die Ereignisse des Bloody Sunday am 30. Januar 1972 aufmerksam zu machen und diejenigen, die verantwortlich sind dafür, daß britische Fallschirmjäger an diesem Tag 14 Menschen in den Straßen der Stadt Derry ermordet haben, der Gerichtsbarkeit zuzuführen. Diese Kampagne wird von allen Angehörigen der getöteten und verwundeten Opfer unterstützt.

  4. Die "Freunde von Patrick McLaughlin" - Gruppe ist ebenfalls in unserem Zentrum angesiedelt. Diese Gruppe setzt sich ein für die bedingungslose Freilassung von Patrick McLaughlin, einem Mann aus Derry, der fälschlicherweise für die Bombardierung der Chelsea Kaserne 1985 verurteilt wurde.

  5. Das Zentrum ist auch der Sitz der "Relatives for Justice Group" (Angehörige für Gerechtigkeit-Gruppe), deren Mitglieder ihnen nahestehende FreundInnen und Verwandte verloren haben, die in illegalen Operationen von den britischen Sicherheitskräften und pro-britischen paramilitärischen Gruppierungen getötet wurden.

  6. Das Zentrum überwacht kontinuierlich Verletzungen und den Mißbrauch von Menschenrechten in der Stadt Derry, indem diese Vorkommnisse öffentlich bekannt gemacht werden und für eine Beendigung dieser Vorfälle aktiv eingetreten wird.

  7. Das Zentrum stellt Hintergrundinformationen zusammen und verfügt über ein umfangreiches Archiv. Es publiziert regelmäßig Aufklärungs- und Bildungsmaterialien zu der Situation in Derry, dem aktuellen Konflikt in Irland, der rechtlichen Situation der Menschen in Nordirland und zu den Menschenrechten. Wir organisieren Informations- und Bildungsveranstaltungen für Menschenrechts-AktivistInnen und die breite Öffentlichkeit. Durch all diese Aktivitäten hat sich das Zentrum als eine wichtige Stadtteil-Einrichtung etabliert in einer Stadt, die eine der am verarmtesten und marginalisiertesten in Europa ist und die nach wie vor im Brennpunkt exzessiver staatlicher Repression und sozialer Kontrolle ist.

  8. Das Pat Finucane Zentrum existiert auch, um eine politische Tagesordnung einzubringen. Wir tun dies im Angesicht entschlossener Versuche des Staates und seiner Verbündeten, jede/n der/die den Status Quo in Frage stellt zu marginalisieren. Wir möchten ein anderes Politikbewußtsein einbringen und fördern, welches die normalen Menschen und die Stadtteile, in denen sie leben, befähigt, sich aktiv einzubringen. Das Herzstück dieser Politik ist der Wunsch, zu untersuchen, welche gewaltfreien und kreativen Optionen es gibt für alle diejenigen Menschen, die sich eine Gesellschaft vorstellen, in der alle Menschen in Irland die politischen, sozialen und ökonomischen Institutionen ihres Lebensumfeldes gestalten können.

Wie kann ich die Arbeit des Zentrums unterstützen?


Bitte wenden Sie sich an:

The Pat Finucane Centre
1 Westend Park
Derry BT48 9JF
Irland
Tel. 0044-1504-268846
Fax. 0044-1504-266453

eMail: pfc@www.serve.com

Homepage:http://www.serve.com/pfc


Das Zentrum wurde benannt in Erinnerung an Patrick Finucane. Er war ein bekannter und hochrespektierter, in Belfast arbeitender Menschenrechtsanwalt, der die britische Regierung wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen in Irland erfolgreich vor Gericht gebracht hat.

Pat Finucane ist am 12. Februar 1989 in seinem Zuhause von der pro-britischen Ulster Defence Association (UDA) ermordet worden. Es ist nach und nach ans Tageslicht gekommen, daß der damalige Informationsdirektor der UDA, der aktiv an der Planung dieses Mordes beteiligt war, gleichzeitig ein Agent des MI 5, einer Sektion der britischen "Sicherheitskräfte" war.


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