Gemeinsame Erklärung zu Großbritannien/Nordirland
Menschenrechtsgruppen unterstützen Untersuchung des Mordes an Patrick Finucane. Amnesty International, Human Rights Watch und das Lawyers Committee for Human Rights (Anwaltskomitee für Menschenrechte) erklärten heute ihre Unterstützung für wiederholte Forderungen, eine unabhängige Untersuchungskommission einzurichten, um Vorwürfen einer offiziellen Beteiligung an der Ermordung des Belfaster Menschenrechtsanwalts Patrick Finucane nachzugehen.
Der 12. Februar 1999 ist der zehnte Jahrestag der Ermordung von Patrick Finucane. An diesem Tag werden Vertreter der Familie Finucane den Regierungen von Großbritannien/Nordirland sowie von Iraland Kopien eines vertraulichen Berichts übergeben, den die in London ansässige Menschenrechtsgruppe British Irish Rights Watch über die Ermordung zusammengestellt hat. Der Bericht, der auf höchst brisanten Regierungsdokumenten beruht, weist auf eine enge und aktive Mitwirkung der Royal Ulster Constabulary (der britischen Polizei in Nordirland) sowie der Force Research Unit, einer Einheit des militärischen Geheimdienstes, am Tod von Patrick Finucane hin.
Amnesty International fordert die britische Regierung auf, aufgrund der neuen Informationen, die ihr von Finucanes Familie vorgelegt wurde, eine neue Untersuchung zu veranlassen, um die äusserst schwerwiegenden Vorwürfe zu untersuchen, die in diesem Fall erhoben wurden. „Die Ermordung von Patrick Finucane ist nur die Spitze eines Eisbergs. Gefragt ist eine umfassende Untersuchung von Vorwürfen amtlicher Mitwirkung an politischen Morden“, erklärte ein/e Sprecher/in der Organisation.
Mike Posner, Geschäftsführer des Lawyers Committee for Human Rights, stellte fest, dass der Fall Finucane zum Symbol für amtliche Einschüchterung und Schikane geworden ist, denen Verteidiger in Nordirland ausgesetzt sind. „Dieser Fall muss aufgeklärt werden, um künftig ein ordnungsgemäßes Funktionieren der Rechtsstaatlichkeit in Nordirland sicherzustellen.“
Julia Hall von Human Rights Watch unterstützte den Aufruf nach einer Untersuchung und merkte an, dass der UN-Sonderberichtserstatter für die Unabhängigkeit von Richtern und Anwälten ebenfalls schon so eine Untersuchung verlangt hatte. „Es ist äusserst wichtig, dass die Regierung auf diese jüngsten Entwicklungen unverzüglich reagiert.“
Hinweis: Es handelt sich bei diesem Dokument um eine Übersetzung
von
Georg Warning,
ai 2337, PF 5329,
D-78432 Konstanz,
e-mail: 320035641878-0001@t-online.de
Verbindlich ist einzig das englische Original.
ai-Spendenkonto: Nr. 224046-502, Postbank Köln, BLZ 370 100 50