Die Peter McBride Kampagne - The Peter McBride Campaign

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Presseerklärung zum Urteil eines britischen Militärgerichtes in Deutschland


Sonntag, 27. Februar, 2005

Presseerklärung zum Urteil eines britischen Militärgerichtes in Deutschland

Erklärung der Familie McBride

Jean McBride, die Mutter des ermordeten Peter McBride, eines jungen Mannes aus Belfast, veröffentlichte die folgende Erklärung:

"In den letzten 3 Wochen hat unsere Familie verfolgt, wie drei Soldaten wegen der Mißhandlung und Demütigung von Zivilisten in Basras, Irak, im Jahr 2003 angeklagt und verurteilt wurden. General Mike Jackson hat sich beim irakischen Volk entschuldigt und gesagt, die Handlungen dieser Soldaten hätten Schande über die britische Armee gebracht. Die meisten Menschen werden dem zustimmen, und unsere Familie begrüßt mehr als wohl alle anderen die Tatsache, dass diese Soldaten aus der Armee entfernt wurden. Nur wenige Stunden nach der Urteilsverkündung wurden sie entlassen, da sie - wie das Gericht feststellte - die Armee in Schande gebracht haben.

Die Soldaten, die meinen Sohn ermordet haben, durften weiterhin in der britischen Armee verbleiben. Peter wurde nicht am Arm eines Gabelstaplers aufgehängt, und er wurde nicht gezwungen, sexuelle Handlungen zu simulieren. Er wurde im hellen Tageslicht in einer Straße in Nordbelfast niedergeschossen und als er versuchte sich wieder aufzurichten, getötet. Ein Gericht befand die beiden Mitlieder des Scots Guard Regiments des Mordes an meinem Sohn für schuldig. Sie wussten, dass Peter unbewaffnet war und keinerlei Gefahr für sie darstellte. Doch trotz ihrer Verurteilung hat das Verteidigungsministerium beiden verurteilten Mördern erlaubt, in der britischen Armee zu bleiben. General Mike Jackson war Mitglied der Kommission, die diese Entscheidung traf, ebenso wie John Spellar, Mitglied des Unterhauses. Nun endlich verstehe ich, warum. Für diese Regierung brachten die beiden Soldaten, die meinen Sohn in den Rücken schossen, keine Schande über die Armee. Welche andere Erklärung gibt es sonst?

Wright und Fisher waren 2003 in Basra stationiert, als die Misshandlung und Folter der Zivilgefangenen stattfanden. Ich sagte es damals und wiederhole es heute: Was für eine Botschaft sendet es an andere Soldaten, wenn sie feststellen, dass sie zusammen mit verurteilten Mördern Dienst tun?

Vielleicht kann Geoff Hoon, Mitglied des Unterhauses, erklären, warum die Demütigung von Gefangenen eine sofortige Entlassung aus der Armee nach sich zieht, hingegen die Ermordung eines unbewaffneten Jungen das nicht verlangt? Einer der für den Mord an Peter verurteilten Männer wurde in der Zwischenzeit befördert. Solange noch ein einziger Atemzug in meinem Körper ist, werde ich für die Entlassung dieser beiden Soldaten kämpfen.

Belfast

Anmerkung der Redaktion: Peter McBride wurde am 4 September 1992 erschossen. Seine beidenMörder wurden 1998 auf Veranlassung des Ministeriums aus dem Gefängnis entlassen. Selbst im Gefängnis waren beide Soldaten offizielle Mitlieder der Armee geblieben. Die Familie wartet im Moment auf den Ausgang eines Gerichtsverfahrens mit dem Ziel, das Verteidigungsministerium zu zwingen, die Soldaten zu entlassen. Zwei Instanzen haben bereits entschieden, dass das Ministerium keine rechtliche Grundlage hatte, die Soldaten weiter in ihren Reihen zu halten. Im Anhang noch weiteres Hintergrundmaterial zum Fall McBride, darunter als geheim klassifizierter Dokumente des Verteidigungsministeriums zum Weiterverbleib von Soldaten in der Armee in den letzten 10 Jahren.

Übersetzung: Claudia Schlegel und Sib


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