Mittwoch, 18. Dezember, 2002
Montag, 9. September, 2002
Sonntag, 3. März, 2002
Blut tropfte, aus den Containern hörte man Schreie
Der Afghanistan-Film des Iren Jamie Doran in der ARD verärgert US-Regierung
Von Heike Mundzeck, FR
Die ARD zeigt die Dokumentation "Das Massaker in Afghanistan. Haben die Amerikaner zugesehen?"des irischen Journalisten Jamie Doran heute (18.12.2002) ab 21.55 Uhr.
"Verärgert" zeigt sich die US-amerikanische Regierung über die geplante Ausstrahlung einer Aufsehen erregenden, zugleich umstrittenen Dokumentation des irischen Journalisten Jamie Doran. Der vom Norddeutschen Rundfunk kurzfristig ins Programm geschobene Film macht US-Truppen mitverantwortlich für das Verschwinden von mehreren Tausend Taliban-Kriegern, die sich Ende vergangenen Jahres nach verlustreichen Kämpfen um die nordafghanische Stadt Masar-e-Sharif bei Kundoz der Nordallianz unter der Zusicherung ergeben hatten, dass sie nicht um ihr Leben fürchten müssten.
"Das Massaker in Afghanistan - haben die Amerikaner zugesehen?" titelt die NDR-Redaktion noch zurückhaltend, doch dann wird in 45 Minuten mit Bildmaterial, Augenzeugen-Aussagen, Experten-Interviews, nachgestellten Szenen und Kommentartext alles getan, um den Verdacht zu erhärten, dass die verschwundenen Taliban-Krieger im Beisein amerikanischer Spezialeinheiten ermordet und in der Wüste bei Dasht Leili verscharrt wurden. Jamie Doran zumindest ist überzeugt von seiner Beweisführung. Und seine Recherchen-Ergebnisse scheinen ihm auch weitgehend recht zu geben.
Vor allem die - unkenntlich gemachten - Augenzeugen berichten davon, dass, mal 140 bis 150, mal 30 bis 40 US-Soldaten die Aufsicht führten, als die gefangenen Gotteskrieger von der Festung Kalai Dschangi in das Gefängnis der Stadt Sheberghan transportiert wurden - zu Hunderten in Container gepfercht ohne Luftzufuhr. Bei 40 Grad Hitze erstickten viele, andere starben, als Soldaten der Nordallianz auf Befehl ihrer Vorgesetzten "Luftlöcher" in die Container schossen. Ein Augenzeuge berichtet: "Blut tropfte raus und von innen hörte man Schreie." Ein anderer schildert, wie US-Soldaten mit Gefangenen umgingen: "Manchmal holten sie welche zum Spaß aus dem Gefängnis, verprügelten sie und brachten sie dann wieder zurück. Aber manchmal kamen einige nicht wieder, sie verschwanden einfach. Ich war Zeuge."
Schließlich sollen amerikanische Soldaten auch dabei gewesen sein, als die Container-Trucks mit ihrer schrecklichen Fracht - tote, verwundete, bewusstlose, schreiende Gefangene - in Sheberghan ankamen. Dort wurden sie zusammen mit anderen Taliban-Kriegern auf Lastwagen verladen, in die Wüste transportiert und dort, so sagen Zeugen, in Gegenwart amerikanischer Soldaten von Nordallianz-Kriegern erschossen und notdürftig mit Sand bedeckt. Ein Kriegsverbrechen, wenn es so geschah. Auch nach amerikanischem Recht hätten US-Soldaten bei Massenerschießungen eingreifen müssen. Das Pentagon aber erklärt, es wisse weder etwas von Container-Konvois, noch seien US-Einheiten bei diesen Gräueln dabei gewesen.
Um naheliegenden Verdächtigungen von Anfang an entgegenzutreten, betont Doran auf einer Schrifttafel zu Beginn des Films: "Keiner der in diesem Film befragten Augenzeugen hat für seine Aussagen Geld erhalten." Und auch die von ihm zu Rate gezogenen Experten, wie der ehemalige stellvertretende US-Verteidigungsminister Richard Perle oder der OSZE-Beauftragte für Menschenrechte, Andrew McEntee, lassen keinen Zweifel daran, dass die geschilderten Vorkommnisse gegen die Genfer Konvention verstoßen und unbedingt aufgeklärt werden müssen. Die Amerikaner, so McEntee, "hatten alles unter Kontrolle, waren an der Spitze der Befehlskette. Sie wussten oder hätten wissen müssen, was hier vorging. Sie hätten es verhindern müssen."
Der Film zeigt Bilder von halb verwesten Leichen, von gebleichten Gebeinen und Kleiderfetzen in den Sandverwehungen. Es ist keine Frage: Hier liegen Hunderte, wenn nicht Tausende Tote in einem Massengrab. Und über den Verbleib von rund 3000 Taliban gibt es keine Hinweise. Wie der NDR mitteilt, wurde Doran bei seinen Dreharbeiten vor Ort sowohl von dem örtlichen Nordallianz-Führer General Dostum als auch von der amerikanischen Armee "massiv behindert".
Der eigentliche Kronzeuge aber ist ein anderer: Der afghanische Journalist Najibullah Quairishi, Mitarbeiter in Dorans Fernsehteam, hat einen Film zugespielt bekommen, der nach seinen Aussagen das entscheidende Belastungsmaterial enthält - für die geschilderten Vorgänge wie für die Anwesenheit der Amerikaner dabei. Als er diesen Film kopieren wollte, wurde er von drei Männern überfallen, beraubt, schwer misshandelt und verschleppt. Wie durch ein Wunder blieb er am Leben und fand sich zu Hause wieder. Doran fragt: "Ist dieser Film eine Art Lebensversicherung für General Dostum? Könnte es sein, dass er droht: Wenn ich wegen Kriegsverbrechen angeklagt werde, dann ziehe ich die Amerikaner mit hinein?"
NDR-Kulturchef Thomas Schreiber meint dazu: "Wenn es das Material gibt, wird es irgendwann auftauchen. Und Doran weiß mehr, als er in diesem Film und zu diesem Zeitpunkt sagen kann." Solche Formulierungen öffnen die Tore für Spekulationen. Tatsache ist doch: Es gibt Augenzeugen für die Verbrechen und für die Anwesenheit der Amerikaner dabei. Und diese Zeugen sind auch bereit, vor einer UN-Untersuchungskommission, wie im Film gefordert, auszusagen. Selbst General Dostum hat erklärt, er habe nichts gegen eine internationale Untersuchung. Allerdings könne er nicht für die Sicherheit der Zeugen garantieren. Zwei von ihnen wurden bereits ermordet, andere verhaftet und gefoltert.
Dennoch bleibt ein skeptisches Unbehagen. Und Fragen. Welche Rolle spielt der afghanische Journalist Najibullah Quairishi wirklich? Seine Geschichte klingt so glatt. Gibt es das von ihm beschriebene Belastungsmaterial tatsächlich? Wer hat es gedreht? Und für wen? Warum wirken die Bilder vom Massengrab in manchen Einstellungen so inszeniert? Andererseits: Wieso blockieren die Amerikaner eine Aufklärung und beteiligen sich nicht an einer Untersuchungskommission, wenn sie, wie sie sagen, doch nichts zu befürchten haben? Doch auch in Washington gibt es mindestens zwei Lager, wird der politische Druck stärker. Perle: "Wenn es Belege gibt, dass Amerikaner bei der Erschießung von Gefangenen dabei waren, dann muss untersucht werden."
Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, erklärt Jamie Doran und arbeitet an Film zwei und drei. Und auch diese, so NDR-Redakteur Schreiber, will die ARD senden.
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"Präsident Bush ist ein Mann des Öls und sonst nichts"
US-Zukunftsforscher Jeremy Rifkin will Konflikte mit islamischen Staaten durch eine Energiewende verhindern: Wasserstoff ist sein Geheimnis für nachhaltigen Erfolg
Die Europäer müssen sich nach Ansicht des US-Zukunftsforschers Jeremy Rifkin bei der Nutzung erneuerbarer Energien an die Spitze setzen. Sonst würden die schwindenden Ölreserven in den kommenden Jahrzehnten zu schweren Konflikten mit der islamischen Welt führen, wo das verbleibende Erdöl lagert. US-Präsident Bush sei leider zu keiner Änderung seiner gefährlichen Politik bereit, sagt Rifkin. Mit ihm sprach FR-Redakteur Karl-Heinz Karisch.
FR: Mr. Rifkin, warum waren Sie nicht beim Umweltgipfel in Johannesburg, um dort Ihre Vision vorzutragen?
Jeremy Rifkin: Dort sind viele Umweltschutzverbände vertreten, die sehr kompetent argumentieren. Ich stehe in Kontakt mit einigen und berate sie. In Deutschland möchte ich für meine Vorschläge werben.
Erhalten Sie dafür politische Unterstützung?
Im Hintergrund gibt es Bewegung. Die Europäer haben in Johannesburg einen Anteil von erneuerbarer Energie von 15 Prozent bis 2010 weltweit gefordert. Eine solche nachhaltige Gesellschaft ist nur in Kombination mit einer Wasserstoff-Wirtschaft sinnvoll. Mein Gefühl ist, dass Europa die erste Wasserstoff-Supermacht des 21. Jahrhunderts werden könnte. Die Europäer sind in einer besseren Startposition als die USA, weil man hier langfristiger denkt. Politik, Forschungseinrichtungen, Industrie und Umweltbewegung ziehen an einem Strang.
Ihre Lösung der Energieprobleme erscheint einfach und simpel. Hat Amerika seine Lektion nach dem Öl-Schock von 1973 nicht verstanden?
Ich liebe mein Land, aber ich teile die Frustration der Europäer über die US-Regierung. Präsident Bush ist ein Mann des Öls und sonst nichts. Bislang ignoriert Washington die Alarmzeichen leider, weil noch genügend Öl aus Russland oder Venezuela fließt. Einfach wird der Umbau der Energiewirtschaft allerdings nicht. Das wird ein harter Kampf um Einfluss zwischen Stromkonzernen und lokalen Anbietern.
Ihr Buch "Die H2-Revolution" ist jetzt, ein Jahr nach dem Angriff auf das World Trade Center am 11. September, veröffentlicht worden. Viele Ihrer Ideen könnten auch von den Grünen oder aus der Umweltbewegung stammen. Solche Vorschläge sind in den USA von vielen als ein Bündel naiver Ideen abgetan worden. Benutzen Sie den 11. September nun, um den Umbau der Energiesysteme populär zu machen?
Ich symphatisiere mit Ideen der Grünen, arbeite aber auch mit Sozial- oder Christdemokraten, unterrichte an Bussiness-Schulen und spreche vor Industriellen. Ich weiß, was für eine praktische Umsetzung in den derzeitigen ökonomischen Strukturen notwendig ist. Es muss ein Ausgleich zwischen Konzernen und einzelnen Menschen ermöglicht werden. Nehmen Sie das Internet: Es hatte das Potenzial für dezentrale und demokratische Strukturen. Dann kamen AOL und Microsoft. Dennoch können User auch Produzenten von Informationen sein. Und so wird der Einzelne künftig selbst Energie erzeugen.
Präsident Bush ist gar nicht zum Umweltgipfel nach Johannesburg gefahren. Offenbar setzen die USA weiter auf Erdöl als Hauptenergiequelle. Langfristig wird befürchtet, dass die Kontrolle über die Ölmärkte nur mit militärischen Mitteln gesichert werden könnte. Viele Europäer sind in Sorge über Bushs Irakpolitik. Sie auch?
Absolut. George Bush scheint zu einem militärischen Schlag fest entschlossen. Dabei gibt es selbst in seiner Partei und bei seinen Beratern Widerstand gegen einen Krieg. Tatsächlich aber verfügt Irak über die zweitgrößten Ölvorkommen der Welt - nach Saudi-Arabien. Wenn Amerika diese Ölvorräte "befreit", würde die Machtbalance im Nahen Osten völlig verschoben. Ich halte das für gefährlich und den falschen Weg. Die Kassandras sagen, dass wir noch zehn bis 20 Jahre haben, bis die Ölförderung wegen der schwindenden Vorräte zwangsläufig zurückgeht. Optimisten hoffen auf 40 Jahre. Aber was ist das schon? Die Nutzung von Erdgas und Kohle wird das Problem nur kurzfristig lösen. Die Ölpreise werden astronomisch steigen, die globale Erwärmung voranschreiten, das gibt eine gefährliche Mischung.
Was sorgt Sie am meisten: schwindende Ölvorräte oder wachsender Einfluss der Fundamentalisten in islamischen Staaten?
Statt in die Türme des World Trade Centers hätten die Terroristen am 11. September auch in Atomkraftwerke fliegen können. Deshalb müssen wir umsteuern. In der Wirtschaft wächst das Bewusstsein, dass mit Sonnenenergie und Wasserstoff die nächste ökonomische Revolution bevorsteht. Eine soziale Vision, die ich seit vielen Jahren verfolge, könnte damit Wirklichkeit werden: eine erneuerbare, dezentrale und demokratische Ökonomie.
Gilt das für die Industriestaaten oder für die ganze Welt?
Schauen Sie in die so genannte Dritte Welt. Jeder dritte Mensch auf diesem Planeten hat keine Elektrizität. Die heutige enorme Verschuldung der armen Länder beruht auf Öl. Die Katastrophe begann in den 70er Jahren, als der Preis für ein Fass Öl von drei auf zwölf Dollar stieg. Von jedem Steuer-Dollar, der in der Dritten Welt eingenommen wird, müssen heute 83 Cent allein für Schuld-Zinsen ausgegeben werden. Dezentrale Energieproduktion ist die einzige Chance, um Milliarden von Menschen aus der Armut zu befreien. Bislang beruht alles auf Öl: unsere Wirtschaft, der Treibhauseffekt, die Umweltverschmutzung, der Nahost-Konflikt und auch Osama bin Laden.
Wenn man Ihrer Analyse folgt, sieht es so aus, als ob wir nicht mehr viel Zeit hätten. Ihre Wasserstoff-Revolution wird aber mindestens zehn Jahre beanspruchen. Was wird bis dahin geschehen? Militärische Auseinandersetzungen drohen weiterhin.
Wir müssen sofort einen Dialog mit der islamischen Welt beginnen. Die Jugendlichen sind arm, schlecht ausgebildet und sehen ihre Identität durch die Globalisierung bedroht. Die USA sind für sie der Inbegriff des Bösen, zugleich hassen sie ihre eigenen totalitären Regierungen. Für viele junge Moslems ist der Fundamentalismus eine Quelle der Kraft. Wer glaubt, dass auch sie das Öl nicht als politische Waffe einsetzen, ist naiv. Irak hat Kuwait angegriffen, um an dessen Ölquellen zu kommen. Bush will nun Irak angreifen.
Sehen Sie eine Chance, dass wir in zehn Jahren sagen, der 11. September 2001 war der Wendepunkt in eine bessere Zukunft?
Das war ein furchtbarer Angriff auf die Menschlichkeit mit vielen unschuldigen Opfern. Es war zugleich eine symbolische Attacke auf die Globalisierung in Gestalt des World Trade Centers. Die Globalisierung ist aber auch das Ergebnis der für unsere derzeitige Wirtschaftsform notwendigen Energie- und Warenströme. Wenige Konzerne kontrollieren diese Ströme. Deshalb kämpfe ich für die Wasserstoff-Gesellschaft. Sie führt zurück zu lokalen Strukturen. Jeder Mensch kann künftig seine eigene Energie erzeugen und verbrauchen. Das ist meine Vision: umweltfreundliche Energieerzeugung durch Sonne, Wasser und Wind, Speicherung von überschüssiger Energie in Form von Wasserstoff, der in Brennstoffzellen an jedem gewünschten Ort wieder Strom und Wärme freigibt. Wird das nicht erkannt, so ist der Weg in politische Instabilität, globale Erwärmung mit allen Klimafolgen und wachsende Umweltverschmutzung vorgezeichnet.
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Aufruf: Weg vom Öl !
Friedenssicherung, Umweltschutz und neue Wirtschaftsstabilität durch Erneuerbare Energien
Erdöl stellt weltweit 40 % des kommerziellen Energieverbrauchs und sogar 90 % des Grundstoffbedarfs der chemischen Industrie. Nahezu der gesamte Treibstoffbedarf für Kraftfahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe hängt davon ab. Die Weltwirtschaft hängt damit am Tropf des Erdöls, obwohl dieser Energieträger der erste sein wird, dessen Potenzial erschöpft sein wird. Dies ist schon in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts zu erwarten.
Erdöl – vom Ölmagnaten Rockefeller als „Tränen des Teufels“ bezeichnet – ist der größte einzelne Verursacher der katastrophalen Klimaveränderung und der Luftverschmutzung mit Gesundheitsschäden bei Millionen Menschen. Es verschärft die globale Wasserkrise: seine Förderung verschlingt Unmengen von Wasser und führt, nicht zuletzt durch regelmäßige und häufige Tankerhavarien, zur Verseuchung von Meeren und Gewässern. Sein Einsatz in der chemischen Industrie verpestet die Luft der Chemie-Standorte und vergrößert laufend die Abfallmengen schwer recycelbarer Stoffe.
Die Erdölabhängigkeit ist eine wachsende Gefahr für den Frieden. Schon seit Jahrzehnten werden um das Erdöl Kriege geführt und Bürgerkriege geschürt. In abstoßender Weise stellen westliche Regierungen das Ölinteresse vor eine internationale Politik, die demokratische und humane Werte durchzusetzen bemüht ist, und kooperieren zynisch mit Feudalregierungen. Ohne westliche Ölinteressenten hätten die Taliban keine Terrorherrschaft in Afghanistan errichten können. Zugunsten der Ölinteressen werden Menschen aus ihren Lebensräumen vertrieben, von Angola bis in den Sudan. Die Fortsetzung des globalen Tanzes um das „schwarze Gold“ führt in immer größere weltpolitische Debakel.
Die Abhängigkeit vom Öl macht zudem die Chancen der meisten Entwicklungsländer zunichte, sich wirtschaftlich zu entwickeln. Viele müssen ihre Exporteinnahmen nahezu vollständig für Ölimporte ausgeben.
Doch selbst nach den Ölkrisen zwischen 1973 und 1982, die eine Weltwirtschaftskrise auslösten und die Entwicklungsländer in ihre hoffnungslose Verschuldung stürzten, wurde keine Strategie zur Unabhängigkeit vom Öl eingeleitet. Stattdessen:
versuchen die Mineralölkonzerne, Erdgas als neue Treibstoffquelle durchzusetzen, um damit ihr Anbietermonopol für Treibstoffe zu erhalten. Doch Erdgasabhängigkeit birgt dieselben Risiken wie Ölabhängigkeit!
Stets lautet die Zwecklüge, das Potenzial Erneuerbarer Energien reiche nicht aus, auf Erdöl verzichten zu können. Tatsächlich könnte mit Erneuerbaren Energien – durch die vielfältigen Möglichkeiten moderner Technologien – das gesamte fossile Treibstoffpotenzial dauerhaft und umweltschonend ersetzt und auf Energieimporte weitgehend verzichtet werden, indem Treibstoffe aus nachwachsenden Energiepflanzen und forst- und landwirtschaftlichen Reststoffen zum Einsatz kommen.
Es ist nicht nötig, allein auf die künftige Bereitstellung von solarem Wasserstoff zu setzen - was erst für spätere Jahrzehnte versprochen wird, um bis dahin die Abhängigkeit von fossilen Energien aufrechtzuerhalten. Mit der umfassenden Mobilisierung solarthermischer Energienutzung und der Energieeinsparung in Gebäuden ist es möglich, fossile Heizenergie in überschaubarer Zeit verzichtbar zu machen – und die Menschen nicht länger den unkalkulierbaren Risiken steigender fossiler Energiepreise auszusetzen.
Wir fordern Bundesregierung und Bundestag auf, eine umfassend angelegte Strategie zur Befreiung von der Ölabhängigkeit einzuleiten. Schwerpunkte dafür sind:
Diese Strategie kann aus den Einnahmen der „Öko-Steuer“ vorangetrieben werden. Jährlich würden damit neue Investitionsanreize in Höhe von 50 Mrd. Euro angeregt. Damit könnten in kürzester Zeit eine halbe Million neuer Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk sowie in der Land- und Forstwirtschaft entstehen.
Die Überwindung der Ölabhängigkeit durch Erneuerbare Energien dient dem Schutz des Klimas und der Umwelt, stabilisiert die Wirtschaft, überwindet die globale Rohstoffausbeutung, dient der Glaubwürdigkeit der demokratischen Staatenwelt im islamischen Raum und in Afrika und ist ein dauerhafter Beitrag zur internationalen Friedenssicherung.
Bitte ausschneiden und an EUROSOLAR senden
Ja, Ich möchte diesen Aufruf in weiteren überregionalen Kampagnen in Tages- und Wochenzeitungen mit meiner Unterschrift unterstützen und mitfinanzieren. Bitte senden Sie mir entsprechende Unterlagen zu.
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EUROSOLAR Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V. Kaiser-Friedrich-Straße 11 53113 Bonn Fax: 0228 - 361279 + 361213 email: inter_office@eurosolar.org Web:· www.eurosolar.orgBitte ausschneiden und an EUROSOLAR senden
Gebündelte Informationen über die wirtschaftlichen und technischen Potenziale zur Überwindung der Ölabhängigkeit mit Erneuerbaren Energien und Rohstoffen können Sie unter dem Stichwort „Weg vom Öl“ von der Homepage von EUROSOLAR (www.eurosolar.org) abrufen.
V.i.S.d.P. Irm Pontenagel, EUROSOLAR